Aufgespießt aus dem Berliner Kulturleben. Laila macht die taz-Wahrheit nach

In der taz-Wahrheit macht sich Michael-André Werner Gedanken über die Infiltration unserer schönen Gesellschaft durch „Die strohblonden Provokateure“ – überall AfD’ler Inkognito – quer durch alle Parteien und sogar im so oft als über Gebühr „linksgrünversifften“ Kulturbetrieb (Wer hatte jetzt noch mal das Copyright auf „linksgrünversifft“? Na, egal, so brillant ist das ja jetzt sowieso nicht …). Jedenfalls sollte jetzt die AfD sogar ganz offiziell den Kulturausschuss übernehmen. Weil sie da nicht viel falsch machen kann, habe ich irgendwo, ich glaube im „Freitag“ gelesen.

Viele Kulturschaffende schäumten dennoch – verständlicherweise, denn wer will sich schon eine ganze Legislaturperiode lang Vorschriften machen lassen von Leuten, die sich in erster Linie darum sorgen, dass der deutschen „Leitkultur“ – was auch immer darunter zu verstehen ist – die Vorrangstellung streitig gemacht und den Deutschen der ohnehin nur mit ungenügend geschwellter Brust zur Schau getragene Nationalstolz erst recht gründlich vergällt wird. Gartenzwerge, Brat- und Bockwurst mit Senf oder Ketchup und Socke an Sandale füllen keine Theaterhäuser, sind als Objets trouvés oder Ready-mades à la Duchamp nur begrenzt verwendbar und Musik kann man damit auch nicht machen. Aber was rede ich hier von dada.

Ich habe doch gar keine Ahnung! Tatsächlich erschloss sich mir nicht so ganz, worauf Werner in der taz hinauswollte. Sinn für Literatur habe ich keinen und auch nie angestrebt. Ich weiß also nicht, soll ich nun doch wieder „Neger“ sagen, wenn’s doch aber für einen guten Zweck ist ist und sogar die Linken selbst es sagen? Unter anderem die Frau, die ich flüchtig kannte, und die in die Entwicklungspolitik wollte. „Die Neger (sic!)“ seien „nun einmal dreckig!“ ließ sie, die weit gereiste, mich an ihren Erfahrungen aus der Karibik teilhaben. Zaghaft versuchte ich eine Entgegnung. In Neapel, so versuchte ich ihr klarzumachen, ist es auch okay eine Plastikflasche einfach hinter sich zu werfen, wenn man ausgetrunken hat, was man dem Straßenbild auch ansieht. Da hat es aber nichts mit der Hautfarbe zu tun, sondern mit der – ähem – „ehrenwerten Gesellschaft“ und damit, dass sich mit Müll Geld machen lässt, v. a. mit Chemieabfällen, die man irgendwo auf dem Land entsorgt und dann ahnungslosen Familien preiswerte Grundstücke fürs Eigenheim anbietet. Aber ich komme vom Thema ab.

Ich selbst sage „Schokokuss“ statt „Negerkuss“, weil ich finde, dass das besser klingt. Irgendwie sinnlicher. Auf jeden Fall schokoladiger. Aber ich finde „Negerkuss“, v. a. wenn man bereit ist, sich im Falle des Falles bei einer Person of Color zu entschuldigen, nicht ganz so schlimm. Nicht so schlimm jedenfalls wie die Behauptung alle „N-Wort“ seien angeblich „dreckig“. Letzteres ist für mich schon ganz klar eine rassistische Äußerung. Bei „Negerkuss“ dreht dafür die taz durch. Dass sie im Kampf gegen Rassismus in Sprache und Literatur diese Frau mit ihren „Erfahrungen“ aus der Karibik durch die halbe Stadt gejagt hätten, ist mir nicht dagegen bekannt. Da steig einer durch. Ist vielleicht doch alles irgendwie unterwandert. Also das Beispiel jedenfalls spricht doch dafür.

Aber wo wir schon dabei sind, Menschen vor allem nach dem zu beurteilen, was man so sehen kann, also z. B. die Hautfarbe, können wir auch gleich auf die schönen oder besser gesagt die Bildenden Künste, zurückkommen. Und damit zum Thema Identität: Darf ich mir einen Richter – Gerhard Richter! – in meinem Chalet in der Schweiz ins Wohnzimmer hängen? Zumal, wenn ich ein hübsches Sümmchen dafür hingeblättert habe? Oder entziehe ich damit dem „deutschen Volk“ identitätsstiftendes Kulturgut, wie die Süddeutsche über das 2016 verabschiedete Kulturschutzgesetz berichtet, das genau das verhindern will. Vielleicht macht so ein Gesetz aber auch v. a. Hehlern und Kuntsdieben das Leben schwer, weil nun jeder Verkauf bestimmter (teurer und alter) Kunstwerke ins Ausland erst einmal genehigt werden muss? Da setzt die „Zeit“ in ihrer Berichterstattung über das Kulturschutzgesetz den Akzent. Richter himself ist – und das berichtet wiederum Spiegel online – offenbar eher unkomplizierten und möglichst gewinnträchtigen Lösungen zugeneigt. Auch die Auktionshäuser sind nicht gerade begeistert. Wer hätte das gedacht. Die Berliner Rechtsanwältin Katharina Garbers-von Boehm sieht geradezu ein wahres „Damoklesschwert“ über Europas Kunsthandel gehängt, wie die „Morgenpost“ sie zitiert. Garbers-von Boehm ist, so erfahre ich im Internet, auf Kunst- und Restitutionsrecht spezialisiert. Da wird sie sich also wohl auskennen. Peinlich auch, dass dann doch Fälschungen im Berliner Kunstbetrieb, u. a. in der Berlinischen Galerie, gelandet sind. Die „Zeit“ hat sogar einen ganzen, spannend zu lesenden Kunstkrimi daraus gemacht.

Den Namen Garbers assoziiere ich ansonsten, wenn ich ehrlich bin, mit ein bisschen Schauspielerei, oder, sagen wir besser: der ganz großen Show, und einem saftigen Arschtritt, aber das war jemand ganz anders, an einem ganz anderen Ort und zu einer ganz anderen Zeit, nämlich noch im vorigen Jahrhundert (v. a., wenn mich meine – äh – Wahrnehmung nicht täuscht (was natürlich sein kann!), hat man mittlerweile auch die Fronten gewechselt und kümmert sich um „Krüppel“, der Junior zumindest). Was wäre wohl, wenn ich den Namen „Meyer“ mal im Internet eingebe? Unter „von Boehm“ sehe ich dann ebendort noch irgendwas mit Fernsehjournalismus und eine Stylistin. Also ganz so gängig wie „Meyer“ ist das dann wohl doch nicht, aber gängiger als, sagen wir mal: „Meyer-Rotbeissle“. Mich interessieren außerdem Raubkunst und Kunstfälschungen viel mehr als Film und Fernsehen. Die Welt der Stars ist einfach nicht mein Ding.

Eine Mitschülerin von mir hat auch Kunstgeschichte studiert. Ich bin, glaube ich, eigentlich eher Historikerin. Aber ich habe auch nur an einer Mini-Provinzuni studiert. Meine Mitschülerin dagegen in Berlin. Ich meine, Berlin! Die hat da schon einen ganz anderen Horizont. Sie und ihr Ehemann, auch ein Mitschüler von mir, wohnen in einem angesagten Szene-Kiez, der aber auch einen relativ hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund hat, sowohl Menschen mit Migrationshintergrund UND Geld und Bildung als auch Menschen mit Migrationshintergrund, die, noch U18, mit ihren Kumpels durch den U-Bahnhof Kottbusser Tor schlurfen und in voller Lautstärke „Du Penis, Alter!“ rufen, während sie einander in die Seite knuffen. „Dickaaa!“ höre ich noch und schon fährt die U-Bahn an. Der Ausgewogenheit halber sollte ich hinzufügen, dass die (biodeutsche) Jugend in Marzahn-Hellersorf vermutlich auch nicht Rilke-zitierend durch die Gegend läuft, aber ich sagte ja schon, dass ich selbst auch keine Ahnung von Literatur habe.

In so einem Multikulti-Kiez wohnen die also, dieses Pärchen, mit dem ich einst in der tiefsten Provinz zur Schule gegangen bin. Der Mann vertraute mir an, dass bei ihnen im Hauseingang öfters türkische Jugendliche rumlungern und ihn anpöbeln würden. „Warum lasst ihr euch das bieten?“ fragte ich. Allerdings wusste ich damals noch nicht, dass der Focus auf „TÜRKISCHE Jugendliche“ lag. Ich hatte verstanden, „JUGENDLICHE, die mich ANPÖBELN“. Ich war schon häufiger von Deutschen, die in solchen Kiezen wohnen, darauf angesprochen worden: „Das is aber total scheiße, wenn die Türken dir hinterherlaufen und dich ne Schlampe nennen, nur weil du’n Mini-Rock anhast!“ hatte sich eine Punkerin aus einem linken Stadtteilladen bei mir beschwert. Ich fragte mich schon ein bisschen, wieso. Ich bin ja nicht die türkische Botschafterin, also, ich bin nicht einmal Türkin. Natürlich muss sich niemand als „Schlampe!“ bezeichnen lassen – ganz gleich von wem -, aber ich dachte, das wäre sowieso klar? Eigentlich verstand ich nicht, was all diese Leute von mir wollten. Nur dass kurze Zeit später Vokabeln wie „Orientalismus!“ und „Antiziganismus!“ auf mich einprasselten. Alles Vergehen, derer ich mich angeblich schuldig gemacht hatte.

Meine ehemalige Mitschülerin zupfte sich, wenn wir uns auf einen Kaffee trafen, gern am Decolleté, also so, als müsse sie es verzweifelt mit ihrem Cardigan oder einem Halstuch bedecken. Wenn ich eine Comicfigur wäre, hätte ich eine Gedankenblase mit lauter Fragezeichen über mir schweben gehabt: „Kalt? Haben die meisten Leute nicht eher kalte Füße oder kalte Finger? Und die friert am Ausschnitt? Oder neidisch? Ich meine, soll ich es sein? Manche haben da ja wirklich etwas zu bieten. Toll! Aber gut …“ „Neidisch“ kannte ich bereits von früher. „Ich habe das Gefühl, Du willst alle Brücken hinter Dir abbrechen. Du dozierst so viel! Und – äh – außerdem haben wir das Gefühl, du bist neidisch auf uns, weil wir nach dem Abi alle ins Ausland gehen!“ hatte sie mir vor vielen Jahren eröffnet. Sie war immer frostiger geworden und ich hatte wissen wollen, warum. Neidisch war ich in der Tat. Neidisch wie Hölle, denn es war der Traum meiner Teenagerjahre gewesen, für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Trotzdem gönnte ich es ihnen. Ich wollte halt nur auch. Als ich während meiner Studienzeit einmal kurz in Berlin war und sie und einige andere traf, war immer noch Eiszeit. Zehn Jahre später war ich dann selbst auch im Ausland gewesen, hatte dort auch gearbeitet und war deshalb davon ausgegangen, dass sie mich jetzt wieder mag, weil ich ja nicht mehr neidisch bin.

Das theatrale Rumgezuppele am Decolleté hörte nicht auf. Dann fiel der Groschen. Auch, weil es plötzlich hieß, ich glotzte angeblich immer allen auf den Busen. Da es offenbar Frauenpolitik war, seit ich meinen Uni-Abschluss in der Tasche und einen Job gefunden hatte, mir so ziemlich überall hinzuglotzen und die ganz harten Dykes in Kreuzberg es sich auch nicht hatten nehmen lassen, mir zu zeigen, wer Herr im Haus ist – übersetze „Herr im Haus“ mit „starker Pascha“, „dominant“, „Wir sind eben wie Männer für sie!“ – hatte ich es den „Herrchen“ in meinem Leben zwei-, dreimal zurückgegeben. Aber diese ehemalige Mitschülerin? Konnte es sein, dass sich da jemand um jeden Preis „angemacht“ fühlen wollte? Wie sollte ich der Frau freundlich beibringen: „Hör mal, du wärst wirklich die letzte. Ich meine, guck mal in den Spiegel! So klasse siehst du nicht aus, dass Männer wie Frauen auf der Stelle den Verstand verlieren, wenn sie dich sehen, und jedwede Art von zivilisatorischem Verhalten über Bord werfen!“ Ehrlich gesagt, fand ich die ziemlich korpulente, weizenblonde Frau sogar total unattraktiv. Ihr Ehemann, ein ganz ähnlicher Typ, sieht das anders. Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Nur scheinen ausgerechnet solche Leute Schwierigkeiten damit zu haben, das zu akzeptieren. Streng genommen, also nach allem, was ich zum Beispiel nach ein paar Besuchen auf der Webseite von „Missy Magazine“ weiß, ist deshalb ja eigentlich sogar SIE die Lesbe. Wegen solcher Sachen bin ich offiziell auch so homophob.

Zu Teenagerzeiten war das ähnlich turbulent. Eines Tages lief eine andere Schulfreundin von mir mit Eis und lauter Süßigkeiten bei mir auf. Ich fragte mich, was mir die Ehre verschaffte, aber darauf hatte sie offenbar auch gewartet. Genauer gesagt konnte sie es kaum erwarten: „Zwischen J. und mir hat es am Wochenende als du nicht da warst gefunkt!“ Sie zählte mir auf, was sie alles gemacht hatten, und wie weit sie dann doch nicht „gegangen“ seien, denn sie war nicht „so eine“. Bei ihr meinte er es ernst. Das Problem daran war, dass leider ich „so eine“ war. Wir kannten J. aus der Disco und ich hatte seit geraumer Zeit etwas mit ihm am Laufen, was alle wussten. Ich warf die Freundin nicht direkt raus, nahm aber dennoch mit Genugtuung zur Kenntnis, dass er es leider doch nicht „ernst“ mit ihr meinte. Im Kreise meiner Freundinnen war ich daraufhin eine Weile nicht erwünscht. Dafür lästerte die eine gern mit der anderen in meinem Rücken: „Ich glaube, J. hat AIDS!“, „Nee, ich glaube, der hat Krebs, das habe ICH zumindest gehört.“, „Also, hat der jetzt Krebs oder AIDS?“

Dafür klebte ich schnell einem anderen jungen Mann an den Hacken, wenn auch ohne es zu wissen. Meine Perspektive war, dass ich mich ein paar Mal in der Pause mit M., den ich so ganz nett fand, unterhalten hatte. Ich kannte ihn aber nicht näher und hatte auch nicht vor, daran etwas zu ändern, u. a. weil ich den älteren Bruder von M., der auch auf unsere Schule gegangen war, als nicht ganz so nett in Erinnerung hatte. Meine Mitschülerin – die mit dem Decolleté – hatte da eine ganz andere Wahrnehmung. „Laila ist total hinter M. her!“ Sie sprach jeden Buchstaben des Namens einzeln aus, als bereite ihr das einen besonderen Genuss, aber das kann ich hier aus Gründen des Datenschutzes nicht ausschreiben. Es ergab sich so, dass er fortan von meinen Freundinnen oder besser gesagt, nicht-mehr-Freundinnen umringt war. Ich ließ das auf sich beruhen, denn die kluge Strategin weiß – sind sie an ihm dran, kommen sie nicht darauf, an wem du wirklich Interesse hast …

Deshalb war ich auch nicht so erfreut, als M. plötzlich an meiner mehrere hundert Kilometer entfernten Uni auftauchte, als ich im dritten Semester war. Zwar hatte ich bereits Brüderchen gesichtet, doch der hatte mich nur angeglotzt als sei ich eine Erscheinung und sich dann ein „Hi!“ abgerungen, was ich erwiderte. Mehr hatte ich mit dem nicht zu tun. M. hatte vermutlich, angestachelt durch meine nicht-mehr-Freundinnen, den Eindruck, auf eine liebestolle Hyäne zu treffen, die sich nur geschickt verstellt, wie ein Undercover-Agent des CIA, der auch für den KGB unterwegs ist, und beiden vormacht, ein deutscher Alt-Nazi zu sein. Dennoch fragte ich mich: „Was lungert der BEI DEN KUNSTHISTORIKERN rum? Der macht doch was ganz anderes. Sollte er da nicht besser im D-Gebäude sein?“ Da war er mir jedenfalls lieber als in der Nähe eines Haufens klatschsüchtiger Neurotiker (Die später jedesmal, wenn sie an mir vorbeikamen, glotzten, als würde da ein ganzer Zoo zu ihrer Belustigung aufgefahren: Die andere „Lesbe“ (die gar keine gewesen ist, aber das wissen sie wahrscheinlich mittlerweile), der Punk mit dem knallbunten Iro, ein Haufen langhaariger Männer und ein paar kurzhaarige Frauen , …). Zur Rede gestellt lieferte M. (der aus kunsthistorischer Perspektive akzeptabel ist oder es damals zumindest war) auch die Erklärung für die langhaarige Blondine gleich mehr als bereitwillig und mit einem fetten Grinsen mit: „Eine Freundin von mir und meinem Bruder.“ Ich sah ihn ein paar Tage später noch einmal – grinsend – und dann nie wieder. Vor ein paar Jahren las ich aber von ihm in der Zeitung (Diese Armada an bizarren Leuten, die ich am Hals habe, kann jetzt mal haarscharf nachdenken, wer es sein könnte. Vielleicht hat er die dann am Hals und ich habe meine Ruhe. Geschähe ihm vielleicht ganz recht. Vielleicht gebe ich bei Gelegenheit noch ein paar Tipps und es gäbe da evtl. auch noch ein paar andere, …)

„Teatrum mundi!“ – Das wusste man schon im Barock, dass die Welt einfach nur ein großes Theater ist, in dem die Eitelkeiten der Welt zur Schau gestellt werden. Daher halte ich mich fern von Institutionen, wie z. B. dem „antisexistischen Infoladen“, einer der Berliner Orte, wo man es genau nimmt mit Rassismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Da war ich einmal auf einer Veranstaltung und ich begegnete einigen der Frauen, die auch auf der Veranstaltung gewesen waren, dann noch ein paar Mal „zufällig“. Auch, wenn ich sagen muss, dass da in Punkto „Empowerment“ offenbar noch so einiges brachliegt, da sie jedesmal weghoppelten wie aufgescheuchte Kaninchen, sobald sie gesehen hatten, dass ich begriffen hatte, dass ich nicht ganz unbeobachtet geblieben war mit irgendeiner Bekannten auf irgendeiner Bank am Straßenrand zum Beispiel. Hätten diese Frauen mir nicht als knallharte „Dykes“ mit einer martialischen Härte entgegentreten müssen, um mir die Meinung zu geigen für etwas, das ich ihnen gar nicht angetan hatte? Aber auch dort, also im „antisexistischen Infoladen“ oder seinem Umfeld (jedenfalls auf dieser Veranstaltung, wo ich mal war) gibt es eine Psychologin. Vermutlich kennt sie ihren Bandura und weiß: steter Tropfen höhlt den Stein, wenn man es den Leuten nur immer wieder einbimst, kann man alles von ihnen haben – „Bestärkung“ positiv/negativ – je nachdem – und „Selbstwirksamkeit“ oder eben nicht, um hier mal mit ein bisschen Fachvokabular zu protzen. Mich wundert nur, dass ausgerechnet diese Linken anscheinend auf Behaviorismus stehen … (Außerdem haben sie offenbar ein bestimmtes Buch über Sozialpsychologie gelesen und versuchen jetzt, zu testen, ob das klappt, was da steht)

So gesehen muss es bei dieser Variante von Feminismus, wie ich ja bereits andeutete, ein bisschen (gelegentlich auch ein bisschen mehr) Frauenfeindlichkeit sein, damit die eine Sorte Frau sich nicht ZU wohl in ihrem Körper fühlt (die, denen es nicht zusteht. Leider gehöre offenbar ich dazu) und die andere Sorte Frau (die, die „MAN hier mag“, wobei „man“ linksradikal, Junge Welt, taz und Russia Today, aber auch AfD und gutbürgerlich sein kann) sich ihr Selbstbewusstsein stärken kann. Nicht mein Ding.

Ich halte mich aber auch von Charlottenburger Galerien fern oder von so obskuren Einrichtungen wie z. B. „Art-Stalker“ in Charlottenburg. Dann doch lieber Kunst RAUBEN als andere Leute STALKEN, finde ich, ganz gleich, ob es nun für den Feminismus ist oder um die Schönheit dieser Welt zu zelebrieren, indem man anderen Leuten im öffentlichen Raum zusetzt. Dennoch – es hieß „Die Leute mobben nun einmal gern!“ und daher darf man annehmen, dass letzteres, wie bereits bemerkt, ohnehin das liebste Hobby der Berliner Frauenwelt (und nicht nur der) ist, zumindest der adipösen, sehr großen und nicht mehr ganz so jungen, aber dafür eben nicht nur der linken, sondern auch der rechten und der ganz rechten Frauenwelt (Irgendso ein Edel-Nazi trug’nen – leicht hängenden – BH unter dem Fred-Perry-Hemd, das konnte ich nicht einordnen, da war ich total verwirrt, ob’s nun Männlein oder Weiblein ist). Ouff, das war jetzt sperrig! Die nicht mehr ganz so Jungen beiderlei Geschlechts (halten wir das hier mal offen!) humpeln, um ein bisschen Abwechslung in die Sache zu bringen, auch gern fünfmal an der Bushaltestelle an einem vorbei, um dann beim sechsten Mal ZEIGEN zu können, dass sie doch ganz normal, sogar noch richtig jung-dynamisch gehen können.

Alles nur geschauspielert. Yvonne Falckner aus Berlin ist sogar Schauspielerin UND Krankenschwester. Und macht sog. „CareSlams“, um der Pflege eine Stimme zu geben, wie es heißt. Behinderte wollen sich und ihre Körper zeigen, so ist wohl das Motto. Die Frage ist, ob es so sehr sein muss, dass andere deshalb ihren Alltag kaum noch aufrecht erhalten können. Ich meine, Sie würden nicht einmal bei Cara Delevingne wollen, dass sie Ihnen ständig an den Hacken klebt, also: Cara Delevingne vor dem Regal, wenn Sie gerade Waschpulver kaufen wollen – Erst einmal gucken Sie sich bitte Cara an! -, Cara Delevingne, wenn Sie gerade überlegen, ob sie sich ein Eis holen sollen – Erst einmal rufen Sie sich bitte noch einmal Cara ins Gedächtnis! -, Cara Delevingne, wenn Sie an der Bushaltestelle warten – nicht, dass Sie Cara vergessen! -, wenn Sie auf dem Weg zu Freunden sind – Vielleicht sollte es besser niemanden geben, der für Sie wichtiger als Cara ist, denken Sie doch bitte daran! -, wenn Sie sich mit der Frau vom Kiosk unterhalten, Cara Delevingne, wenn sie einkaufen, in der Bücherei Bücher ausleihen oder sich nach dem Schienenersatzverkehr für die U-bahn erkundigen wollen. Es ist so, dass man nicht Cara Delevingne nicht mag. Man mag sie einfach nicht ständig an einem dran kleben haben!

Über diesen CareSlam hat darüber v. a. die etwas zwielichtige „Epoch Times“ berichtet, aber dahin möchte ich jetzt nicht verlinken. Nach meinen oben beschriebenen Erfahrungen hielte ich es nicht einmal für unmöglich, dass sich sogar Leute in den Rolli setzen, die körperlich total fit sind, nur um mal zu sehen, ob andere ihnen das abnehmen, wie gut die Performance so ist. Irgendwie geht es ja immer darum, anderen etwas „vorzugaukeln“ und sie in jede beliebige Richtung zu manipulieren (zB, wenn nur noch die Dicken und die Rechten in der Nähe sind und alle anderen einen „abblitzen“ lassen, dann wird man doch wohl lernen, die Dicken und die Rechten zu lieben – egal, wie widerlich sie sind und wie widerlich man sie findet – und den anderen bitteschön immer schön das Selbstwertgefühl und die linke Politik zu überlassen, aber das ist jetzt wieder Sozialpsychologie, siehe oben. Außerdem passt es besser zu den queeren Frauen, die halt alle körperlich „Abweichenden“, auch die „Krüppel“, in ihr Herz schließen wollten. Offenbar lastet das letztere aber nicht aus.). Eventuell gibt es dafür sogar eigene Agenturen. Ich googele das mal: Irgendwo eine Agentur, bei der man Elvis-Doubles mieten kann, eine Künsteragentur Ute Nicolai, die jede Menge großer Namen unter Vertrag zu haben scheint – offenbar etwas seriöser! – dann sowas wie „Crush agency“ oder „Velvet“, Anke Balzer, Neidig, … Vielleicht bin ich eher beim Karnevalsbedarf richtig, mit meinem Anliegen. So kommt mir das jedenfalls vor. Immerhin habe ich mich mal um einen Job beworben in einem Laden für den protestantischen Narren beworben. Habe ich aber nicht gekriegt. Dafür weiß ich jetzt, dass es sogar im Herzen Preußens einen Karnevalsbedarf gibt.

Nun habe ich diesen ganzen Stuss geschrieben, nur um der taz-Wahrheit Konkurrenz zu machen. Das wird’s wohl sein. Und es ist nicht einmal geglückt. Buhuuu ….

Advertisements

Wenn im Regenbogen eine Farbe dominiert – Minderheitenpolitik von rechts

She’s so stunning! Is she? Ist Alice Weidel mit ihrer Regenbogenfamilie eigentlich ganz ok oder ist sie nur ein Symptom, eine Masche der neuen Rechten, an der auch das Queer- und Critical Whiteness-Lager nicht ganz unschuldig ist?

„Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK“ – Das ist Stuss, schon auf den ersten Blick klar als solcher erkennbar. In die Tasten gehauen hat es offenbar AfD-Shotting-Star Alice Weidel – Eine E-Mail von 2013, die plötzlich aus der Versenkung aufgetaucht ist und so absurd erscheint, dass man es eigentlich kaum glauben kann und sich fragt, welche Finte jetzt schon wieder dahintersteckt. Ernsthaft dagegen angegangen ist Weidel jedenfalls nicht. Und die AfD wurde belohnt. Ihr werden jetzt 12% für die Bundestagswahl prognostiziert.

Der neurotische Wahlkampf – ein Mix aus rassistischen Ausfällen, abstrusen Unterstellungen und „Seht her! Wir sind gar nicht so!“ – scheint sich auszuzahlen. Warum?

Minderheitenpolitik – wer hat das Abo drauf?

Ein bisschen ist wohl auch die Gegenseite schuld, ein Minderheitendiskurs, der dermaßen aggressiv ist, dass man sich beinahe fragt, ob es Absicht ist, ob den Rechtspopulisten damit in die Hände gespielt werden soll. Da geht es um Essen, dass man nicht essen darf, weil es „nicht-weißes“ Kulturgut ist, um Kreuze, um die Burka, um den Holocaust – Wer hat jetzt das Abo auf Israel? Und: Ist es bei George Soros Antisemitismus, obwohl der Netanjahu den doch auch nicht leiden kann, usw.. Es geht um Menschen, die man in jedem Fall „positiv wahrzunehmen“ hat – „positive Diskriminierung“ eben – und solche, denen es eine Lehre sein soll, denen man es jetzt mal „zurückgeben“ will. Schon klar, dass alle, die diese Politik vertreten, selbst „Minderheit“ sind. Sonst würde das ja keinen Spaß machen – im Zweifelsfall ist es eben der schlesische Opa, das „polnische Erbe“, das nicht gelebt werden kann. Die Diskussionen um das Buch „Beißreflexe“ haben deutlich werden lassen, dass man – nein „mensch“ sogar extrem homophil sein kann, wenn mensch was gegen Homosexuelle hat, oder die „Ehe für alle“ gar nicht mal so toll findet.

Hysterie von rechts oder knallhart kalkuliert?

Dabei kam auch das Überzogene, Hysterische, manchmal fast Psychotische zum Tragen, mit dem aber auch die AfD Wahlkampf macht. „Herzlichen Glückwunsch, Alice Weidel!“ könnte man sagen: „nicht nur homosexuell – die Partnerin auch „woman fo color“! Alles richtig gemacht! Der Lebensstil des 21. Jahrhunderts!“ Schulterklopf! OMG – She’s so stunning! Dann die Haushaltshilfe – eine Asylbewerberin aus Syrien, die Weidel schwarz beschäftigt haben soll. Falls die AfD-Politikerin damit vorgeführt werden sollte, war das wohl ein seltsam schwacher Versuch: Putzfrauen kriegen ihren Lohn meistens cash auf die Kralle, der, den Weidel gezahlt haben soll, scheint darüber hinaus fair gewesen zu sein. Als Aufreger reicht das wohl nicht. Aber nein, Weidel, so wird jetzt behauptet, habe die Frau auch gar nicht schwarz beschäftigt. Sie sei mit ihr befreundet. Ganz toll, Alice! Nochmal Schulterklopf!

Ist das jetzt wie Mathe? Das rechtsextreme Geschwalle aus der E-Mail aufgerechnet mit dem ganzen Positiven, dass die Frau doch auch „geleistet“ hat, wenn man es jetzt mal so nennen will, macht dann: insgesamt schon ganz ok?

rechte Minderheiten, linke Minderheiten

Nein, danke! Ich habe mir hier die Finger wundgetippt, um zu erklären, warum Minderheiten manchmal rechts sein können. Ich habe versucht, den Linken gegen rechte Aggressionen à la „Mein Freund der Ausländer hat was gegen dich, also bist doch wohl du rassistisch und nicht wir!“ ein paar Tools an die Hand zu geben. Ich habe von rechten Juden berichtet – den „Breitbart“-Typen, von denen viele außerdem noch homosexuell sind – also ja sogar doppelt diskriminiert!, habe erklärt, dass es rechtes Gedankengut überall auf der Welt gibt, dass der italienische Faschismus sogar (weitestgehend, also im Kern) OHNE Antisemitismus und Rassismus auskam und dass es TROTZDEM Faschismus war. Ich habe geschrieben, dass es auch unter den Minderheiten Ego-Shooter gibt, denen es egal ist, ob jemand anders zusammengeschlagen wird, z. B. wegen der Hautfarbe, die man selbst auch hat – so lange es nur einen selbst nicht trifft -, dass es Menschen gibt, die Homophobie, Rassismus und Antisemitismus tapfer ignorieren, weil sie Diskriminierung gegen die jeweils ANDERE Minderheit gut finden, für mehr Wirtschaftsliberalismus und weniger Demokratie und so weiter sind oder Leute, die ganz einfach einen an der Waffel haben. Sorry, die gibt’s auch und die gibt’s auch überall und in jedem sozialen Milieu, in jeder sozialen Gruppe.

Eigentlich geht es nur noch um Abgrenzung und um Haarspaltereien. Die Muslimen, die nichts für die Burka übrig haben, damit leben können, dass es Homosexuelle gibt kommen ebenso zu kurz, wie linke Juden – George Soros, Bernie Sanders – Hallo! Weiß jemand, das Bernie Sanders auch Jude ist? Einer von gar nicht mal so wenigen, die die angebliche „Schutzmacht der Juden“ AfD zum Kotzen finden. Habe ich gesagt, dass ich im Internet mehrfach auf (englischsprachige) Stimmen aus Israel getroffen bin, die mit „Breitbart“ nichts anfangen können? Kann sich noch jemand vorstellen, dass Minderheiten mehr sind, als nur Identifikationsfiguren, mit denen sich Politik machen lässt – bei den Rechten wie bei den Linken? Dass es nicht phobisch ist, wenn man irgendwen „of Color“, einen Juden, einen Schwulen nicht mag oder der einen nicht mag oder beides? Warum gibt es diese Sehnsucht nach Normalität nicht mehr? Warum die Gier, zu spalten, Gräben auszuheben, Mauern gegeneinander aufzubauen und auszugrenzen – Ja, auch bei den Linken?

Ambivalenzen aushalten unmöglich?

Einer wie Bernie Sanders lässt sich nicht für Wirtschaftsliberalismus und eine elitäre, an den Bedürfnissen einer bildungsbürgerlichen Oberschicht orientierte Politik vereinnahmen (und er ist trotzdem nicht gegen Einwanderung!), einer wie George Soros lässt sich nicht gegen Palästinenser oder Muslime in Stellung bringen (und er ist trotzdem nicht weniger Jude als Benjamin Netanjahu, er ist trotzdem Geschäftsmann, er ist auch einer, der die linksliberalen ideen von Karl Popper unter’s Volk bringen will). Beide Männer – Sanders und Soros – darf man sogar kritisieren. Cem Özdemir von den Grünen ist und war schon immer sowohl Deutscher als auch Türke – kein Krampf, kein „Er ist ja Deutscher!“ auf Teufel komm raus – obwohl alle wissen, dass er auch Türke ist -, kein „Er ist Türke!“ auf Teufel komm raus – obwohl alle wissen, dass er auch Deutscher ist. Warum fällt es so schwer, Ambivalenzen auszuhalten?

aversiver Rassismus

In der Psychologie gibt es die Theorie des „aversiven Rassismus“. Damit ist kein besonders schlimmer Rassismus gemeint. Es geht eher um Leute, die eigentlich alles richtig machen und – wenn man sie fragt – beteuern würden, doch NIEMALS rassistische, antisemitische oder homophobe Gedanken zu haben. Sie haben sie aber doch.

Nun will ich hier nicht in die Kerbe der „critical Whiteness“ hauen, deren Vertreter überall „latenten Rassismus“ wittern, also getreu dem Motto „Du hast gesagt, dass du lieber weiße Schokolade als Vollmilch oder Zartbitter isst! Damit hast du ja schon zum Ausdruck gebracht, dass du etwas gegen Schwarze und People of Color hast!“

erst mal nicht die Sau rauslassen, sondern noch mal drüber nachdenken

Genau das meine ich NICHT. Genau das ist es nämlich, was der AfD hilft. Ich denke, dass so ziemlich jeder irgendwo Vorurteile hat oder zumindest gewisse vorgefertigte Ansichten über Menschen, die man nicht kennt – die einen bloß stärker, die anderen weniger ausgeprägt, für die einen – und das ist der springende Punkt! – muss das Vorurteil der Dreh- und Angelpunkt jeder Politik sein, die Energie, aus der sich alles politische Handeln speist – wohingegen andere  sich schämen würden, mit rassistischen, anitsemitischen und/oder homophoben Vorurteilen offen hausieren zu gehen (obwohl sie vielleicht selbst auch „aversive“ rassistische, antisemitische und/oder homophobe Tendenzen haben) und ohne großes Wenn und Aber bereit sind, ihre Annahmen über andere Menschen, Menschen, die exotisch und fremd erscheinen – Minderheiten! (oder eben bloß Menschen, die man nicht kennt, mit denen man noch nicht zu tun hatte) – noch einmal zu überdenken, sie aus der Schublade, in die sie sie gesteckt hatten, wieder herauszuholen.

Genau darauf kommt es an. Anstatt Menschen aber darin zu bestärken, aufeinander zuzugehen, bestärkt man sie eher in ihren Vorurteilen und Ängsten – die Burka zum Beispiel oder soziale Ängste, die mit der Globalisierung und Migration unweigerlich einhergehen.

antrainierte Phobien statt Antidiskriminierungsarbeit

In der Psychologie – soweit ich das hier als Laie referieren kann – spricht man u. a. von „Kontrollsystemen“ – also z. B. dass man einfach für sich beschließt, dass man lieber offen sein möchte, als jemanden schon im Vorfeld zu verurteilen, dass man auf Vorurteile nichts geben möchte, selbst wenn sich hier und da mal eines bestätigen sollte -, die vollkommen überlastet werden – bis zum Anschlag ausgereizt.

Ich kenne das selbst. ich hatte es  u. a. mit einer ganzen Armada adipöser Frauen zu tun, die mir ständig auflauerten, mich belästigten und hänselten. Es ging um ihr Selbstbewusstsein – „Fat Empowerment!“, „Sex positive!“, außerdem waren die Frauen angeblich eigentlich „Männer“ bzw. „Transgender“, die in mir das „Frauchen“ sahen und die ich nun in ihrer Rolle zu bestärken hatte. Ansonsten ist es halt transphob! So sahen das die Linken und die Feministinnen. Was ich vermutete, nämlich dass die Frauen homophob und vielleicht auch ganz generell rechts sind, hat sich jetzt – zumindest für einen Teil – bestätigt. Und das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus, dass man Menschen auch dann noch als „links“ wahrzunehmen hat, wenn sie eigentlich rechts sind und noch nicht einmal einen Hehl daraus machen.

Genau das ist mit „Ausreizung der Kontrollsysteme“ gemeint – einfach so lange sticheln, höhnen und nerven, bis das Gegenüber es satt hat. Ich habe nämlich nie etwas gegen Dicke gehabt. ich hätte den Frauen gern gegönnt, abzunehmen oder auch, nicht abzunehmen und sich trotzdem wohl in ihrem Körper zu fühlen. Ich wollte nur nicht gemobbt, belauertk, gehänselt und vorgeführt werden. Eigentlich sind das ja auch zwei Paar Stiefel, aber gerade INDEM man bei den Linken immer wieder darauf herumritt, dass dem nicht so ist, dass ich halt homo- und transphob sei, ein Mensch, mit dem mensch sich besser nicht abgibt, den mensch schneidet, dem mensch – Zitat! – „gar nicht erst ein Forum geben“ sollte, gerade dadurch reagiere ich jetzt richtig phobisch auf dicke Menschen. und genau so war das ja wohl auch gedacht und genau dasselbe wollte man mit mir auch anhand anderer „Minderheiten“ – insbesondere Homosexuelle und Schwarze (ich hatte mich während des Studiums 10 Jahr in einer multikulturellen Initiative engagiert, dummerweise hoben an der Uni aber auch die „It-Girls“ der Frauen- und Genderforschung Anspruch darauf, obwohl die Frauen sich selbst NICHT ehrenamtlich engagiert hatten).

Genau das macht man vielleicht auch gerade mit unserer Gesellschaft. Dabei wäre so vieles leichter, würde endlich ein Knoten platzen, wenn wir es wieder einfach nur mit Menschen zu tun haben könnten!

Cut! Warum man sich von Queer distanzieren können dürfen muss.

„Beißreflexe“ – Das Buch der „Polittunte“ Patsy LaLove L’Amour ist seit Monaten der Hot Topic schlechthin der Berliner queeren Szene. Ich bin darüber natürlich nur zufällig im Internet gestolpert, denn in der queeren Szene habe ich nur vor vielen Jahren mal hier und da geschnuppert. Da ich überall angefeindet und belästigt wurde, habe ich es dann gelassen. Die Leute widerten mich an: Turnschuhe an den Füßen, die so teuer aussehen, dass ich meine Miete davon bezahlen könnte, Koksrotz um die Nase und Ecstasy-vergrößerte Pupillen, konsumgeil bis zum geht nicht mehr. Entsprechend arrogant treten die Leute auf und man kann nicht umhin, zu glauben, dass man es mit einer gelangweilten, vollkommen übersättigten Jeunesse Dorée zu tun hat, die gar nicht mehr weiß, wie sie ihr Geld noch zum Fenster rausschmeißen soll. Nicht mein Fall.

Leider ließen die Leute aber nicht von mir ab. „Beißreflexe“ und viel mehr noch die Debatte darum, erklärt, warum. Für einen Teil der Leute in der queeren Szene sind mittlerweile offenbar sogar Homosexuelle zum Feind geworden. Auch ist nicht jedeR für die Ehe für alle. Das erklärt vermutlich die homophoben Ausfälle. Auch wenn die Leute es so verstanden wissen wollten, dass ich ja „keine queere Identität“ hätte und es daher „nichts mache“. Also nicht gegen Homophobie bzw. nur wenn einem selbst irgendeine Laus über die Leber läuft. dann ist es „homophob“. Obwohl die Leute darauf bestehen, Avantgarde im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus zu sein, ist ein Teil der Leute islamfeindlich und rassistisch, wie man u. a. in dem Buch „Unter Weißen“ des Zeit-Journalisten Mohamed Amjahid (S. 113 ff) nachlesen kann. Auch Antisemitismus ist offenbar – v. a. im Zuge des Engagements „gegen Imperialismus“ und für Palästina verbreitet. Nicht wenige queere Menschen leiden unter psychischen Krankheiten. Ein Teil davon wollte mich daher auch „krank machen“. Warum sollte ich es denn besser haben? Ein großer Teil,. v. a. der Frauen, leidet an Essstörungen und ist mit seinem Körper unzufrieden. Also sollte ich mich auch nicht mehr in meinem Körper wohlfühlen dürfen. Daher die sexuellen Übergriffe, gern begleitet von dem Verweis darauf, dass ich ja „keine Dyke“ sei, nicht „transgender“. Ich bin tatsächlich nicht „transgender“. Die anderen aber auch nicht. Dass das Geschlechterbild dieser Leute mit seinen klar definierten Rollenvorstellungen für Männer und Frauen, die aber eben „Transgender“ – und offenbar nur die! – durchbrechen können, am rechten Rand dieser Gesellschaft durchaus mit einem gewissen Wohlwollen zur Kenntniss genommen wird, kann man in den Leserbriefen der „Zeit“ von dieser Woche nachlesen.

Ein Teil der Leute wollte mich in der U-Bahn betteln gehen sehen. „Tja, jetzt am Monatsende ist Schmalhans wohl Küchenmeister!“ höhnte eine der Frauen einmal. Man könnte an Psychoterror denken oder an einen Klassenkampf über sexuelle Gewalt – die ständigen Anmachen, die Frauen/Männer sollten ja endlich „ihre Sexualität“ „leben“ dürfen. Dennoch ist es die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die hier fördert. Das heißt, Schützenhilfe und Fördergelder erhalten die Leute auch von der den Grünen nahe stehenden Heinrich-Böll-Stiftung und anderen Institutionen. Carolin Emcke – ihres Zeichens Publizistin und Patentochter des ehemaligen Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, setzt sich leidenschaftlich für Queer ein, aber auch die Alfried-Krupp-Stiftung scheint queerer Forschung gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Dabei ist es durchaus diskussionswürdig, ob queere Wissenschaft so seriös ist. Die queere Juniorprofessorin Nanna Lüth beispielsweise sollte ihre Juniorprofessur in Kunstpädagogik an der UDK Berlin vorzeitig beenden, wie man im Berliner „Tagesspiegel“ nachlesen kann. In dem sich weit links positionierenden „Neuen Deutschland“ steht, wie Lüth um ihren Posten kämpfte: Mit der Diversity-Keule: Auch ein schwarzer Medienkünstler sei geschasst worden. Man habe wohl etwas gegen Minderheiten. Allein – der Mann war wohl nicht bereit, für sich für die Dauer des Lehrauftrages ein Zimmer in Berlin zu mieten. Zu viele Verpflichtungen hätten es dem Kanadier allenfalls erlaubt, wie gewohnt gelegentlich nach Berlin zu jetten, um angehende Berliner Kunstlehrer zu instruieren. Tja. Warum sieht man sich dann nicht einfach nach einem ähnlich qualifizierten Medienkünstler um, der zumindest ein Semester lang in Berlin wohnen kann? Wenn das denn so wichtig ist, dann eben mit schwarzer Hautfarbe.

Lüth selbst wurden Dogmatismus und wissenschaftliche Mängel vorgeworfen. Ein Blick auf ihre Vita lässt darauf schließen, dass das so weit hergeholt vielleicht nicht ist. Die Frau hat Film-und Fotodesign studiert, mehrere Aufbaustudiengänge in Großbritannien und den USA zum Thema Medienkunst absolviert und schließlich noch einmal „Kunst im Kontext“ an der UdK, dann die Promotion in Kulturwissenschaften an der Universität Oldenburg und eine Tätigkeit als Kunstvermittlerin im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in der nordwestdeutschen Provinzstadt. Vermutlich ist die Frau fit, was Medienkunst betrifft und nachweisliche Erfahrung in der Museumsarbeit – im weiteren Sinne, hat sie auch – aber eine qualifizierte Wissenschaftlerin? Eine Erfahrene Kunstpädagogin?

Ohne es zu wissen hatte ich selbst einmal mit Nanna Lüth zu tun. Ich bin geboren und aufgewachsen in Oldenburg, aber das tut nur indirekt zur Sache. In Berlin hatte ich 2008 an einem interaktiven Ausstellungsprojekt in der Kreuzberger Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst teilgenommen, das offenbar von Nanna Lüth organisiert wurde. Ich staunte nicht schlecht, als sich eines Tages vor dem Video, in dem ich mitgewirkt hatte, zwei Männer einfanden, die mir entfernt, sehr entfernt bekannt vorkamen. „Ha! Die kennen wir doch!“ rief der eine aus, als ich in dem Video zu sehen war. Dennoch, ich war sicher, dass da etwas nicht stimmte. Die beiden hatten zwar eine entfernte Ähnlichkeit mit meinem alten Kunstlehrer und einem Sportlehrer der Schule in Oldenburg, auf der ich gewesen war, aber in meinem Hirn meldete sich ein Alarm: „Das sind die nicht! Das sind die nicht! Jemand will dich ver-aaarschen.“ Keiner der beiden sprach mich auch im Ausstellungsraum an, obwohl sie doch laut hinausposaunt hatten, dass sie mich angeblich kennen. Der Typ, der eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Kunstlehrer hatte, begegnete mir noch zwei Mal in Berlin.

Erst Jahre später wurde mir klar, warum ich so sicher war, dass es NICHT mein alter Kunstlehrer war: Ich erinnerte mich, dass ich 2004 bei den Eltern einer Freundin in Oldenburg zur Gast war. Wir trafen meinen ehemaligen Kunstlehrer in der Innenstadt. Der reagierte ziemlich unwirsch und schien mich auch nicht einordnen zu können. Ich nahm es nicht persönlich, obwohl mich die Mutter der Freundin darauf ansprach, denn ich wusste aus der Schule, dass der Mann ziemlich grob sein konnte, es aber nicht unbedingt so meinte. Kein Typ, der überbordendes Interesse an seinen Schülern gezeigt hätte, aber wir Schüler mochten ihn damals, weil er als einer der wenigen linken Lehrer galt. Wir haben sogar in der Oberstufe mal ein Kurstreffen bei mir gemacht.

Die UdK mied ich, seit ich mir dort eine Meisterschülerausstellung angeschaut hatte und wieder belästigt worden war. Als mir 2012 in den Kopf kam, selbst Kunstlehrerin zu werden, mailte ich ihnen allerdings nichts ahnend, um in Erfahrung zu bringen, ob ich Teile meines kunsthistorischen Studiums einbringen könnte. „Nur wenig“ – so die knappe Antwort. Außerdem müsse mir klar sein, dass die Anforderungen hoch seien. Ich bewarb mich nicht, denn ich hatte kein Geld, um nochmal richtig zu studieren und ein wirkliches Kunsttalent bin ich eigentlich auch nicht. Wenn dann, hätte es vielleicht allenfalls an einer Provinzuni geklappt. Als ich ein paar Wochen später in einem Kunstprojekt in der NGBK teilnahm, wo die Ausstellungsbesucher selbst zeichnen durften, bemerkte ich,wie eine mittelalte Frau schmallippig meine Zeichnung begutachtete, während ich mich mit einem Jungen mit Migrationshintergrund aus dem Viertel unterhielt. „Und so was wollte Kunstpädagogik studieren!“ schnauzte die Frau halblaut zu einem Künstlertypen, der wohl zu den Mitorganisatoren gehörte. „Die kann doch gar nicht malen!“. Vielleicht stimmte das. Bloß woher wusste die Frau, dass ich die EMail mit der Anfrage an die UdK geschickt hatte???

Fast alle in der queeren Szene machen was mit Kunst, Politik und Medien. Meistens sogar alles zusammen. Auch Patsy LaLove L’Amour, die übrigens, wie man ihrer Homepoage entnehmen kann, ebenfalls von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert wird. Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, wer hier wen beißt, nur dass alle mich gebissen haben. Vielleicht kämpft ja sogar mein alter Kunstlehrer als Linker mittlerweile einen mit allen Mitteln geführten queerfeministischen Kampf gegen eine verarmte ehemalige Schülerin, die er so auf der Straße noch nicht einmal mehr wiedererkennen kann. Dann wäre auch er Teil der „Gender-Stasi“, wie es Peter Rehberg in der „Zeit“ so treffend auf den Punkt gebracht hat. Vielleicht ist es aber auch nicht so. Das ist mir eigentlich egal. Hauptsache, ich werde in Ruhe gelassen. Denn an die Gurgel gehen sie einander allesamt, wie auch Hannah Wettig in der „Emma“ schreibt. Glücklich, wer nie in die Fänge dieser Menschen gerät!

Helfen!

Du möchtest helfen? So richtig den Armen, Ausgebeuteten und Entrechteten beistehen? „Im derzeit laufenden „Wonder Woman“-Film sagt die Mutter von Diana (Wonder Woman) zu ihr: „There is so much you don’t understand.“ Und sie antwortet: „I understand enough to fight for those who can’t fight for themselves.“ Bitte zum Vorbild nehmen, danke.“ schreibt Margarete Stokowski in ihrer aktuellen Online-Kolumne. Das Problem ist, was ist, wenn Menschen erwachsen sind und sich selbst helfen können? Was ist, wenn jedeR für sich selbst sprechen kann und keine Fürsprecher braucht?

Dazu waren die Demokratie und die Menschenrechte da. Die Leistungsgesellschaft versprach: „Wer hart arbeitet, soll es auch zu etwas bringen.“ Die allgemeine Schulpflicht sollte jede und jeden dazu befähigen, einen komplexen Alltag zu bewältigen: Behördengänge, Kassiererinnen, die einen an der Kasse bescheißen wollen, Gurus, die einem einreden wollen, die Erde sei eine Scheibe, wohlmeinende Menschen, die behaupten: „Kind, das ist doch nichts für dich! Das kannst Du doch im Leben nicht! Überlass das mal lieber anderen!“.

Man könnte Abhilfe schaffen. Sarrazin forderte in „Deutschland schafft sich ab“ 2010 eine Art Hauswirtschaftsschule, in der Menschen wie ich lernen sollten, Menschen wie Margarete Stokowski zu bedienen und ihnen das Leben angenehmer zu machen. Peter Sloterdijk, der im „Spiegel“ kürzlich als „links-konservativ“ gefeiert wurde, machte sich zeitgleich für „Leistungsträger“ stark und forderte eine Armenfürsorge, die auf Barmherzigkeit beruhe, den milden Gaben, die diejenigen, denen es finanziell besser geht, gerne geben wollten.

Man könnte dann, wenn man es radikal zu Ende denkt, Menschen, die man nicht mag, einfach verhungern lassen. Die, die nur „Hauswirtschaftsschule“ machen dürfen, wären eh zu dumm, um den Mund aufzumachen, was man ihnen dann mit paternalistischer Güte auch klarmachen könnte.

Ein zweiter Weg wäre, sanft aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass es doch noch viel ärmere gibt. Die Hungerkinder in Afrika zum Beispiel. Ja schämen sich die Menschen hierzulande nicht, faul in der „sozialen Hängematte“ herumzuhängen und sich mit Hartz IV einen faulen Lenz zu machen? Denen muss man mal Beine machen! Die sollen den Gürtel mal enger schnallen! Dann wären auch Mittel frei, um sich um die Hungerkinder in Afrika zu kümmern.

Die Globalisierung hat tatsächlich weltweit zu mehr Gerechtigkeit geführt. In Asien und Osteuropa sind breite Mittelschichten entstanden, die sich Smartphones, Reisen und eine akademische Ausbildung für ihre Kinder leisten können. Dafür sind in Westeuropa die Gesellschaften ungerechter geworden. Nirgends klafft die soziale Schere so weit auseinander wie in Deutschland. Armut gibt es in Afrika nach wie vor. Zu uns kommt die globale Elite und daheim ist, wer ohnehin immer schon auf Rosen gebettet war eben noch ein bisschen reicher geworden.

Ein dritter Weg wäre, den Spieß einfach umzudrehen. Talente sind nicht nur angeboren, es sind auch die sozialen Umstände, die Türen öffnen oder schließen. Wer nicht gefördert wird, dessen talente liegen brach. Hat also jemand aus gutem Hause 22 Semester gebraucht, um einen Studienabschluss in christlicher Archäologie hinzukriegen, kann man behaupten, er oder sie sei halt nicht genug gefördert worden. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen, und behaupten, dass soziale Aufsteiger Streber seien, aber nicht nur das, die wahren Ausbeuter eigentlich. Hüte sich also, wem das Studium Spaß macht, wer gute Noten hat, gern mal ein Buch zusätzlich ließt, Freude daran hat, fremde Sprachen zu lernen oder eigene Projekte zu stemmen – Es wird einem so ausgelegt werden, dass man halt ein „Bonzenkind“ sei und – Zitat – „Jetzt mal die anderen dran sind!“. Die muss man jetzt fördern. Die haben ihre Chance noch nicht gehabt.

Dass Babyyoga und Chinesisch ab dem 3. Lebensjahr vielleicht sogar eine Überförderung darstellen, sagt man lieber nicht laut. Die Leute werden darauf kommen, dass sie die Ideen brauchen, die einem selber so durch den Kopf gehen. ja, hat man selbst nicht eine schöne Kindheit zwischen Kuhweiden und Kleinstadtattraktionen verbracht, während die anderen schuften mussten? Hat man nicht jede Möglichkeit gehabt, seine Phantasie und Kreativität zu entwickeln, Eigenständigkeit zu erlernen? Indem man 20 Kilometer mit dem Fahrrad über die Landstraße gedüst ist, zum Beispiel. Oder die Erfahrung gemacht hat, dass Elektrozäune einem Stromschläge verpassen.

Später im leben hat man auch die Erfahrung gemacht, dass man zwar die richtigen Qualifikationen, aber nicht den richtigen Stallgeruch hat. Außerdem gibt es ja so viele, die zuerst dran sind. Die Kinder der griechischen Reeder und der spanischen Investmentbanker zum Beispiel. Jaha, die sind links, hätte man ja nicht gedacht. mans agt also lieber nichts. Dann dicke Frauen, weil die sind queer. Feminine Frauen, weil die leiden darunter, dass man sie nicht ernst nimmt. Angeblich.

Die nehmen einen nicht ernst. Dann kriegt man einen Kinderporno hochgeladen. Oder die Frauen wollen zuerst einmal alle flirten. Weil sie ja queer sind.

Sorry, verschont mich mit eurer Hilfe!

„Beißhemmungen“ & Borderline-Wahrnehmungen: Die queere Szene & die Querfront

Links à la roumaine: Terror, Hunger & goldene Wasserhähne

Sprech- und Denkverbote, das großzügige Verteilen von Maulkörben, ist so alt wie die dogmatische Linke selbst. Dass das in Mord und Totschlag enden kann, hat der Stalinismus gezeigt. Dass es – jenseits aller Kalten-Kriegs-Rhetorik vom „roten Faschismus“ – auch tatsächlich faschistoide Züge tragen kann, führte der rumänische „Realsozialismus“ eindrucksvoll vor Augen. Getrieben von einem immer absurder werdenden Personenkult, ließ sich der zweite und letzte sozialistische Diktator Rumäniens Nicolae Ceausescu u. a. „Conducator“ nennen – „Führer“, wie Ion Antonescu, der in Rumänien in den 1940er Jahren mit Hilfe der faschistische „Eisernen Garde“ eine Militärdiktatur errichtet hatte. Ceausescu glänzte seinerseits mit einer Familienpolitik, bei der unter dem Verbot von Abtreibung und Verhütungsmitteln jede Familie mindestens 5 Kinder haben sollte. Ziel war die bevölkerungspolitische Errichtung „Großrumäniens“ („Romania Mare“. Interessanterweise wurde nach dem Sturz Ceausescus eine gleichnamige Partei gegründet, die im Westen als rechtsextrem eingestuft wurde, u. a. weil sie nationalistische und minderheitenfeindliche, insbesondere antisemitische Einstellungen vertrat, in Rumänien selbst aber als linksextrem galt, wie man auf Wikipedia nachlesen kann.). Wenn man bedenkt, dass Ceausescu in seinem Palast goldene Wasserhähne hatte, während die Mehrheit der Rumänen in einer selbst im Vergleich zu vielen anderen Warschauer Pakt Staaten extremen Armut lebte, lässt sich die ungeheure Wut nachvollziehen, die dazu führte, dass die Rumänische Revolution von 1989 sehr viel gewaltsamer verlief als anderswo und etwa 1000 Menschen den Tod fanden, wie auf Wikipedia nachzulesen ist. Nicolae Ceausescu und seine Frau Elena wurden 1989 schließlich standrechtlich erschossen. Ein pikantes Detail ist vielleicht, dass ausgerechnet Ceausescu, der vielleicht blutigste „realsozialistisch“ Diktator, im Westen in den 1970er Jahren noch als Reformer galt …

Patsy L’Amours „Beißhemmungen“ – Sprechverbote in der queeren Szene

Fast 30 Jahre später sind Sprechverbote, um mit einem thematisch radikalen Wechsel auf das eingangs erwähnte Stichwort zurückzukommen, offenbar auch in der Berliner queeren Szene ein Thema. Dreh- und Angelpunkt ist offenbar der Begriff „Queer“.

„Queer transportiert eine Geschichte emanzipatorischen Kämpfens, es ist ein reizvoller Begriff, der zum Hinterfragen der  heterosexuellen Normalität ebenso aufruft wie zur selbstbewussten Entgegnung der Perversen und Anderen.“ (Patsy L’Amour LaLove, Art.: „Sprechverbote in der Queer-Szene“, in: Tagesspiegel vom 01. April 2017)

schreibt die Berliner Queer-Aktivistin Patsy L’Amour LaLove, die mit „Beißhemmungen“ einen Sammelband zum Thema herausgegeben hat, im Berliner „Tagesspiegel“. Und:

„Queer gilt hier als identitätskritischer Begriff. Das geht so weit, dass Menschen, die sich als Schwule und Lesben sehen, als reaktionär abgelehnt werden: Ihre Identitäten seien zu einengend, und sie seien zu etabliert, heißt es dann.“ (Patsy L’Amour LaLove, Art.: „Sprechverbote in der Queer-Szene“, in: Tagesspiegel vom 01. April 2017)

Ist das Private politisch?

Weiter geht es um Antirassismus, „Critical Whiteness“ und „Political Correctness“ – alles Topoi, die derzeit auch in der Linken verhandelt werden. Spätestens hier sollte man aufmerken, wenn einem nicht schon aufgestoßen ist, dass „Schwule und Lesben“ plötzlich als „reaktionär“ gelten, obwohl es doch angeblich um Homosexualität bzw. um den Kampf gegen Homophobie geht. Was genau ist also mit „Queer“ gemeint? Eine politische Haltung oder eine sexuelle Orientierung? Der Schlachtruf des Second-Wave-Feminismus der 1970er Jahre, dass Private sei Politisch greift hier nicht. Damals war gemeint, dass Frauen gemeinsam gegen alltägliche Diskriminierungen ankämpfen sollten. Der gönnerhafte Klaps auf den Po, kein eigenes Konto eröffnen zu können, den Beruf spätestens dann aufgeben zu müssen, wenn Kinder da sind, und auch dann in einer Ehe verharren zu müssen, wenn der eigene Ehemann gewalttätig war oder sich längst mit einer Jüngeren vergnügte, weil die Ehe als Versorgungseinrichtung die eigene Existenz sicherte – all das waren Erfahrungen, die viele Frauen teilten.

Identifikation als Identitätsstifter

Bei „Queer“ ist es genau umgekehrt: Die Diskriminierungserfahrungen anderer Menschen (Schwarzer oder der sog. „People of Color“, der auch im rechten Milieu derzeit hart umkämpften sog. „kleinen Leute“, Erfahrungen von Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, Erfahrungen Behinderter, Muslimer, Juden, z. T. auch Homosexueller, weil die sexuelle Orientierung und Identität als frei wählbar gelten. Einige Aktivistinnen wollten die freie Wählbarkeit sogar auf die Hautfarbe ausdehnen, wie man u. a. auf Twitter unter dem hashtag #wrongskin nachlesen kann) – all das wird gebündelt und zum Stifter der eigenen Identität überhöht. „Queer“ soll, mit anderen Worten, als Quintessenz des „Anderen“, Randständigen gelesen werden. Es ist kein Zufall, dass die zunehmende Relevanz der Frauen- und Genderforschung, der Queer und Black Studies in den Geisteswissenschaften zusammenfällt mit dem Aufstieg des Queerfeminismus. Damit einhergehend haben die meisten Menschen, die sich für „Queer“ engagieren, einen akademischen, meist kultur- oder sprachwissenschaftlichen Hintergrund.

Der Geist von 1968

Das kann man, gerade auch aus einer linken Perspektive, kritisieren. Die undogmatische westdeutsche Linke der Nachkriegszeit verfolgte ja ursprünglich einen emanzipatorischen Ansatz, der Menschen befähigen sollte, für ihre eigenen Interessen einzutreten – „Hilfe zur Selbsthilfe“ sozusagen. In der Realität wurde dieser Ansatz auch in der mittlerweile historisch gewordenen Linken von 1968 nicht konsequent durchgehalten. Tatsächlich waren es auch damals schon v. a. junge AkademikerInnen, die sich für andere einsetzten. Und es ist ja auch im Grunde nicht verwerflich, wenn sich Weiße mit Rassismus befassen, Männer über Sexismus in der Gesellschaft reflektieren und Menschen aus dem gehobenen Bildungsbürgertum sich ihre eigenen Privilegien bewusst machen – ganz im Gegenteil.

Konkurrenzkampf unter Geisteswissenschaftlern – ein unterschätzter Motor?

Allerdings unterscheidet sich das heutige Engagement in zweierlei Hinsicht fundamental von dem der Alt-68er:

  1. Damals konnten nur Privilegierte studieren. Das bedeutet auch, dass diese Leute kaum Konkurrenz hatten. Auch mit einem zeitlich extrem weit ausgedehnten, wirklich mit Muße betriebenen Studium, dafür ohne den heute üblichen Parcours an Auslandsaufenthalten, Praktika und „Netzwerken“ konnten die 68er problemlos in Führungspositionen rutschen, während junge Akademiker, insbesondere Geisteswissenschaftler heute damit rechnen müssen, sich mit unbezahlten Langzeitpraktika und „Kontakte knüpfen“, also der Anbiederung an einflussreiche Leute, auf einem vielleicht nützlich sein könnten, nach dem Studium erst einen Platz in dieser Gesellschaft erkämpfen zu müssen, zumindest, sofern sie sich nicht schon im Studium die Gunst der Professoren errungen haben und entsprechend „nach oben empfohlen“ worden sind.
  2. Da liegt es – tut mir leid, das so offen sagen zu müssen – nahe, sich auf die Minderheitenpolitik zu stürzen. Ursprünglich dazu gedacht, all jene ein bisschen zu pushen, die aufgrund von Vorurteilen sehr viel schneller, oft noch in der Schule, an eine „gläserne Decke“ stoßen, als andere, ersetzte die Förderung von Minderheiten im Laufe der 00er Jahre zunehmend die herkömmliche Sozialpolitik. Die Finanzkrise, die von 2007 bis etwa 2011 zusammen mit EU-Osterweiterung den Zugang junger Geisteswissenschaftler zum Arbeitsmarkt erschwerte und den Konkurrenzdruck erhöhte, war sicherlich ein weiterer Katalysator. Selbst in der Position der diskriminierten Minderheit zu sein, den Unterdrückten stellvertretend eine Stimme zu geben, konnte daher gerade in prekären Berufszweigen, wie z. B. in der Kultur- und Medienbranche ein wertvoller Rettungsanker sein. Daher entbehrt es auch nicht einer gewissen Konsequenz, dass der Minderheitenstatus, insbesondere, was die sexuelle Orientierung und Identität betrifft, einerseits frei wählbar sein soll (Jede und jeder darf sich damit identifizieren. Begründet wurde dies, zu recht, mit dem Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung), andererseits aber vehement nach außen verteidigt wird (Es wird erbittert darum gekämpft, wer die „queere Identität“ nun hat und wer nicht, was von außen betrachtet oft lächerlich wirkt, da nur wenige Queer-Aktivisten wirklich homosexuell sind, kaum jemand wirklich „trans“ ist, und z. B. Bisexualität (die eigentlich auch sehr selten ist), nicht zwangsläufig sichtbar und damit als genuin „andersartig“ festzumachen ist.). Es geht also nicht so sehr um die selbst gemacht Erfahrung, anders und randständig zu sein, sondern in um die Identifikation damit, die sich am eigenen Körper manifestieren soll. Der weiderum wird dadurch zum Träger des Minderheitenstatus umfunktioniert: Übergewicht, Essstörungen, Die Zurichtung des weiblichen Körpers auf die Schönheitsideale der Modeindustrie, der sich im Übrigen überraschend viele Queerfeministinnen selbst unterwerfen – sind in der queeren Szene zentrale Themen, obwohl sie gar nichts mit Homosexualität im eigentlichen Sinne zu tun haben.

Borderline-Wahrnehmungen: Schwarz-Weiß-Denken als Politikum*

Auch Borderline, bzw. „sich ritzen“, ist ein Thema im Queerfeminismus. Das hat u. a. die taz- und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski immer wieder zum Thema ihrer Kolumnen gemacht. Aber geht es wirklich nur um Feminismus? Oder ist es nicht vielmehr die Borderline-Wahrnehmung die wichtig ist?

Die Psychologin Dunja Voos schreibt auf ihrer Homepage in einem durchaus wohlwollenden Artikel über Borderline:

„Typisch ist auch das Schwarz-Weiß-Denken, das so genannte Spalten. Die Betroffenen sehen andere oder sich selbst einmal als nur „böse“, ein anderes Mal als nur gut. Sie nehmen sich immer wieder anders wahr und haben ein sich schnell änderndes Selbstbild, was Psychologen als Identitätsdiffusion bezeichnen.“ (Dunja Voos, „Die Borderline-Störung – besser als ihr Ruf“, auf: „Medizin im Kontext“, 7. Juli 2016, aufgerufen am 15. Mai 2017.)

Ohne eine ganzen Subkultur unter den Generalverdacht einer psychischen Krankheit stellen zu wollen – Es wäre ganz sicher falsch, behaupten zu wollen, dass jedeR, der/die sich mit „Queer“ identifiziert, an Borderline leidet – Die Identitätsproblemtik und das Beharren auf „fluiden“ Identitätskonzepten, ebenso wie die oft plakative Einteilung der Welt in „gut“ und „böse“ legen es aber schon nahe, dass hier ein „Borderline-Lebensgefühl“ Pate steht. Erinnern wir uns an die Schwierigkeiten, die die queerfeministische, wie auch die linke Szene etwa mit der lesbisch lebenden AfD-Politikerin Alice Weidel hatte. Kann jemand mit einem so „progressiven Lebensstil“, wie es in den sozialen Netzwerken hieß, wirklich rechts sein? „Queer“ also = Minderheit = jedwede Art von Andersartigkeit = Symbol des „unterdrückt Werdens“ = links = gut? Eine Rechnung, die nicht nur nicht aufgeht, sondern so hahnebüchend naiv und simplizistisch ist, dass man sich fragt, wie ausgerechnet Frauen (und Männer), die „was mit Uni“ machen, auf einen solchen Schwachsinn kommen.

Queer- und Querfronten: Unheilvolle Allianzen

In politischer Hinsicht sollte man „Queer“ oder Queerfeminismus durchaus ernst nehmen. Einerseits sind Queerfeministinnen heutzutage von der Linkspartei über die Grünen bis hin zur SPD im gesamten linken und linksliberalen Spektrum vertreten. Das – berechtigte – Engagement für die Gleichstellung Homosexueller mischt sich mit „Queer“ als politisch aufgeladenem Lebensgefühl, Queerfeministinnen werden intensiv von den Grünen und der Linkspartei nahe stehenden Stiftungen wie dem Gunda-Werner-Institut (Heinrich-Böll-Stiftung) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Letztere setzt sich ausdrücklich auch für „Transfeminismus“ ein, also für Frauen, die sich aus feministischen Gründen als Transmänner oder Transgender definieren. Das kann man u. a. auf „Linksnet“ nachlesen, allerdings ist der Site nicht grundsätzlich frei zugänglich.

Zumindest für Berlin lässt sich leicht nachweisen, dass der Queerfeminismus neben seinem Einfluss auf das linke bürgerliche Parteienspektrum auch mit der Querfront eng verbandelt ist. Es gibt z. B. personelle Überschneidungen zwischen der queeren Szene und dem Umfeld der Zeitschrift „Junge Welt“, das wiederum einen Draht zu Russia Today Deutsch und zu den umstrittenen Friedensmahnwachen hat. Über die Mahnwachen gibt es auf Wikipedia einen ausführlichen Artikel. Sie wurden aus queerfeministischer Sicht u. a. auch auf einschlägigen Blogs wie den „Störenfridas“ diskutiert. Was die queere Szene selbst betrifft, bestehen außerdem in mehrfacher Hinsicht Kontakte zu Kreisen, in denen sowohl Thilo Sarrazin als auch Ken Jebsen geschätzt werden.

Jebsen, der auf Youtube den Vlog KenFM betreibt, vertritt relativ erfolgreich politische Nischenansichten oder – je nach Perspektive – auch „alternative Meinungen“, die z. T. eigentlich sowohl in der radikalen Linken als auch in feministischen Kreisen auf Widerspruch stoßen müssten. U. a. soll er behauptet haben, der jüdische ungarisch-amerikanische Börsenspekulant und Philantrop George Soros stecke hinter dem „Womens March“, einer feministischen Protestbewegung gegen Donald Trump. Soros wolle Frauen zum Abtreiben animieren und mit dem Embryonenmaterial Geld verdienen. Das zumindest berichtete der Berliner „Tagesspiegel“.

Es klingt wie direkt abgekupfert von christlich-evangelikalen Abtreibungsgegner in den USA. Der Ruf des Linksalternativen haftet denen bekanntlich kaum an. Allerdings sind sie nicht ganz einflusslos und traten zuletzt mit dem Mord an dem us-amerikanischen Abtreibungsarzt George Tiller „the Baby Killer“ und der Diffamierungskampagne um „Planned Parenthood“ politisch in Erscheinung. Darüber hat u. a. Tom Gogola auf „Salon.com“ geschrieben.

Personenkult & Antisemitismus – präpsychotische Wahrnehmungen?

Den Zusammenhang zu George Soros scheint Jebsen selbst hergestellt zu haben. Die fast wahnhafte Fixierung auf Soros und die jüdische Bankiersfamilie Rothschild scheint für das Querfrontmilieu, das sich übrigens selbst der Linken oder auch der radikalen Linken zuordnet, zentrale Bedeutung zu haben. Sicherlich wird niemand in Abrede stellen, dass Soros und die Rothschilds durchaus auch kritikwürdig sind. Allerdings geht es bei Jebsen und anderen Akteuren der Querfront darum, sich auf Sündenböcke einzuschießen. Eine generelle Kritik am Kapitalismus oder zumindest an dessen aggressivsten Auswüchsen würde nämlich auch andere Menschen und Institutionen – auch Nicht-Juden und nicht-jüdische Institutionen! – einbeziehen. AusbeuterInnen und gewissenlose Raubtiere gibt es schließlich überall auf der Welt und mit so ziemlich jedem religiösen Hintergrund.

Gerade weil die Verschwörungstheorien, die Jebsen und andere spinnen, oft einen klar antisemitischen Einschlag haben, wundert man sich ein bisschen um den Personenkult, den linke Blogs, wie die „NachDenkSeiten“, „scharf links“, der „Neuen Rheinischen Zeitung“ oder der „Roten Fahne“ („rotefahne.eu“. Dieses Webportal soll, wie Robin Avram in dem Artikel „Wie die Neu-Rechte die Friedensbewegung unterwandert“ auf den Seiten des RBB erläutert, trotz des „marxistisch“ klingenden Namens sogar einen ziemlichen Rechtsdrall haben.) um Ken Jebsen treiben. Einiges, was sonst v. a. auf den beiden letzteren Portalen zu lesen ist, spricht auch dafür, dass es sich bei den Antisemitismusvorwürfen, die dem Milieu gemacht werden, keineswegs um „Missverständnisse“ handelt. Zum Teil dreht sich einem ehrlich gesagt einfach der Magen um!

Alles macht sich am Körper fest. Auch die Widersprüche

Der grelle Philosemitismus, wie ihn einige Leute aus der queerfeministischen und der Transgenderszene vertreten, steht bizarrerweise in einem scharfen Kontrast dazu. Allerdings muss man dieses Milieu auch politisch als „fluid“ betrachten. Wie in jeder „Szene“ oder Subkultur setzen die Leute natürlich in ihren politischen Einstellungen unterschiedliche Akzente. Typisch sowohl für das queere Milieu als auch für die Querfront ist jedoch eine ideologische Inkonsequenz, die fast einem Yin-und-Yang-Prinzip gleicht. Man kann durchaus verbalradikal linksextrem und entschieden Kapitalismus kritisch auftreten und jedeN als VerräterIn geißeln, der oder die auch nur minimal vom eigenen Kurs abweicht, sich zugleich aber auch für den als knallharten Geschäftsmann bekannten amtierenden US-Präsidenten Donald Trump stark machen, wie es etwa Rainer Rupp getan hat. Mehr über den ehemaligen Stasi-Top-Spion erfährt man auf Wikipedia (Zugriff am 15. Mai 2017).

Vielleicht entspricht das dem Querfrontprinzip. Da zumindest einige der Queerfeministinnen aber ursprünglich aus einem gutbürgerlichen, apolitischen oder sogar eher konservativen Milieu stammen, könnte die politische Beliebigkeit, die sich offenbar hinter dem Label „linksalternativ“ versteckt, aber auch ein Reflex auf die seit den 00er Jahren zunehmend globalisierten, von harten Konkurrenzkämpfen geprägten Arbeitswelt sein. Dort sind Flexibilität und Angepasstheit immerhin Trumpf, was sich möglichst auch in einem stromlinienförmigen, auf Erfolg getrimmten Lebenslauf ausdrücken sollte.

Zudem macht sich bei „Queer“ fast alles am Körper fest, der einerseits als von der Norm „abweichender“ Körper aufgefasst wird – der dicke oder magere, bedenklich ausgemergelte Körper mit der berühmt-berüchtigten „Lücke zwischen den Schenkeln“, durch Hungerkuren, Fressanfälle und Kotzen malträtiert, ungewöhnlich groß oder klein oder gar behindert – andererseits aber der die Norm übererfüllende Körper sein soll, also der jugendliche, gesunde und belastbare, schöne, sexuell und auch sonst beneidenswert attraktive Körper. Marxistisch könnte man diese Widersprüchlichkeit auch damit auf den Punkt bringen, dass „queere“ Menschen die These und die Antithese zugleich sind – also die Synthese.

Ein interessantes Detail ist übrigens, dass auch Thilo Sarrazin sich in seinem 2010 erschienen Buch „Deutschland schafft sich ab“ an der Biologie festbiss: Dort sollten es die Gene sein, die die gesellschaftliche Stellung eines Menschen festlegen.

Diese Parallele zeigt freilich eher einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft auf, alsdass beide Geisteshaltungen nachweislich inhaltlich miteinander verzahnt wären: Was ein Individuum ausmacht, ist nicht mehr sein Denken und Handeln, gemachte Erfahrungen, Wünsche, Träume, Hoffnungen, Talente und Interessen, der soziale Kontext oder – neoliberal gesprochen – auch die eigene Leistungsbereitschaft, sondern alles ist schon im Körper eines Menschen angelegt. Will sich der Mensch verändern, muss sich zu allererst der Körper verändern. Leider steckt darin nicht nur eine Verweigerung gegenüber dem monstruösen Leistungsdruck, den der entfesselte Neoliberalismus globaler Märkte aufgebaut hat, sondern auch eine Absage an die soziale Durchlässigkeit der sog. „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“, die einst als Idealbild der sozialen Marktwirtschaft gefeiert wurde.

Sputnik, die AfD & die „Reichsbürger“

Nicht ganz zufällig trifft man auf den oben erwähnten linken Blogs, die die Debatten im Querfrontmilieu widerspiegeln, einige alte „Bekannte“ wieder – die Alt-68er. Manchmal kann man sogar Artikel lesen, die aus der Feder renommierter taz-Journalisten wie Mathias Bröckers und Helmut Höge stammen.

Da auch der Name Uli Gellermann im Umfeld der queeren Szene einmal fiel, ging ich dem nach und stieß auf das deutschsprachige russische Nachrichtenportal „Sputnik“. „Sputnik“ ist, genau wie „Russia Today“, bekannt dafür, Gerüchte zu streuen und mit gezielten Desinformationskampagnen politisch, auch auf höherer Ebene, einzugreifen. Zuletzt traf es den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie u. a. die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete.

Klickt man ein bisschen auf „Sputnik“ herum, fällt außerdem auf, wie viele Kommentatoren der rechtspopulistischen AfD nahe zu stehen scheinen. Irgendwann kommt man auch auf den Blog von dem „Franziskaner“, der sich mit Begriffen wie „BRD GmbH“ selbst in die Nähe der „Reichsbürger“ rückt. Zwar weist Sputnik darauf hin, dass in den Blogs nicht unbedingt die Meinung der Redaktion vertreten werde, aber es wird eben doch einem sehr breiten Meinungsbild Raum gegeben, dass auch „Alternativmeinungen“, Verschwörungstheorien und (potentiell) rechtsextremes Gedankengut umfasst.

Da auch dieses Milieu ideologisch so schwer fassbar ist und von schrägen, aber nicht unbedingt politisch extremen oder gefährlichen Meinungen bis hin zu extremistischen, auch offen faschistischen Einstellungen reicht, sollte sich jedeR selbst eine Meinung bilden. Mehr zu den „Reichsbürgern“ erfährt man auf Wikipedia.

Lockere Netzwerke statt politischer Fronten

Als eine Art Zwischenbilanz könnte man vielleicht festhalten, dass es weniger um politische Fronten geht, die aufeinanderprallen – links gegen rechts, weltoffen und liberal gegen faschistisch – und vermutlich auch keine umfassende Weltverschwörung einer neuen Rechten am Werk ist, die etwa versuchen würde, sich über „Queer“ und die Querfront ein linkes Antlitz zu geben, auch wenn es tatsächlich Versuche gibt, das Milieu von rechts zu infiltrieren. Vielmehr hat man es mit losen Netzwerken zu tun, die sich gleich einer Kette mit vielen Gliedern von links-alternativ bis rechtsextrem erstrecken und oberflächlich über bestimmte Fixpunkte, wie etwa das „Lebensgefühl“, der diffuse populistische Protest gegen die Auswüchse der Globalisierung und die Betonung des Körperhaften, zusammen gehalten werden. Dass das keineswegs konfliktfrei verläuft, machen die oben zitierten Äußerungen Patsy L’Amour LaLove deutlich. Einmal mehr in krassem Widerspruch zueinander stehen allerdings die erbitterten Grabenkämpfe um – von Außen besehen – Lappalien einerseits und die großzügige Toleranz gegenüber Rechten und Vertretern einer durchaus nicht zimperlichen Geschäftswelt, wie etwa Donald Trump, andererseits.

Pervers, psychotisch oder protofaschistisch?

Man mag mehr Selbstbewusstsein für die „Perversen und Anderen“ fordern, wie es Patsy L’Amour LaLove (siehe oben) getan hat. Allerdings drängt sich gerade auch im Hinblick auf den politisch sehr fragwürdigen Hintergrund schon die Frage auf – wie weit darf, muss dieses „Selbstbewusstsein“ gehen?

Selbst habe ich in den letzten Jahren sehr viele unangenehme Erfahrungen mit „queeren“ Menschen gemacht. „Gar nicht erst hochkommen“ lassen wollte man mich und ich sollte „sehen, dass mein schöner Körper und meine guten Noten“ mir „nichts nützen“. Den Lebenslauf wollte man mir „kaputt machen“, mal offenbar auch mich als ganzen Menschen. Ich wurde in den letzten Jahren fast permanent von adipösen und anderen „queeren“ Frauen (gelegentlich auch Männern) belauert und sexuell belästigt, gern auch auf öffentlichen Veranstaltungen oder auf der Straße verhöhnt, gehänselt und vorgeführt. Fast jede psychische Störung und menschliche Schwäche, die man bzw. frau so haben kann, wurde mir angelastet. Zum Teil wurde ich wohl auch deshalb ausgegrenzt. Mal sollte ich „mich richten“ für das, was ich angeblich „getan“ habe, mal sollte ich „meinen 40. Geburtstag nicht erleben“. Eine der Frauen wollte „meine Seele morden“, wie sie es formulierte. Ein paar mal bin ich auch physisch angegriffen und um ein Haar vergewaltigt worden – ein Mann, der endlich mal „der Macho“ sein wollte, es sich letztendlich aber glücklicherweise noch einmal anders überlegt hat. Die Frauen, obwohl angeblich so radikal feministisch, hatten dazu nur zu sagen: „Tja, wir sind halt voll pervers!“.

Auf einer sehr viel abstrakteren Ebene war man durchaus geneigt, sich mit mir gemein zu machen. Mal sollte ich den Linken und den Frauen der queerfeministische Szene, insbesondere offenbar auch den „Transmännern“ als „Inspirationsquelle“ herhalten, mal einfach „Identifikationsfigur“ für andere Frauen und „benachteiligte Menschen“ sein. Nur selbst sollte ich, wie es hieß, nichts davon haben. Natürlich fiel es mir da auf, wie häufig Äußerungen, die ich irgendwo gemacht, Thesen, die ich aufgestellt hatte, und die man mir als „neoliberal“ oder gleich „rechts“ ausgelegt hatte, plötzlich irgendwo anders wieder auftauchten – hochgelobt, natürlich als „links“ oder doch zumindest „progressiv“. Sogar der taz-Journalist, Hanf- und Querfront-Aktivist Mathias Bröckers ließ sich beispielsweise im Interview mit Ken Jebsen über die „Cosher Nostra“ und den jüdischen Mafiosi Meyer Lansky aus – Ich hatte einmal eine Ausstellung dazu im Jüdischen Museum Wien gesehen und im Hanf-Museum davon erzählt, während ich dort einen 1-Euro-50-Job machte.

So schlecht war das, was ich gesagt hatte, also wohl doch nicht. Nur sollten andere Körper offenbar die Träger dieser Gedanken und Erlebnisse sein, nur dann wwar man bereits, sie zu tolerieren, und es sollten andere Kontexte, die ich selbst im Übrigen nie im Leben unterstützt hätte, als ideeller Rahmen herhalten.

Vor ein paar Wochen wurde schließlich gehöhnt, nun solle ich „Identifikationsfigur für die Obdachlosen“ sein. Dass ich am besten „in der U-bahn betteln gehen“ solle, war mir schon zuvor von queeren Frauen an den Kopf geworfen worden. Für die Hipster aus dem Umfeld der taz und der Heinrich-Böll-Stiftung war ich die „Prolltussi“ und das „unwertes Leben“, für die queeren Frauen die „Fickmaus“, der „Samenklau“ und die „frustrierte Emanze“.

Mag sein, dass es immer Leute gibt, die sich darin gefallen, andere, schwächere mit den primitivsten Hänseleien in Grund und Boden zu stampfen. Aber so viele? So hemmungslos? So offenkundig frauenfeindlich, wohlstandschauvinistisch – rechts, zum Teil sogar faschistisch? Obwohl es doch als „links“ wahrgenommen werden soll?
Man fragt sich schon, was dahinter steckt. Geht es um die „Zupsitzung der Verhältnisse“, wie sie die Querfront (u. a. klang es bei Mathias Bröckers in einem Interview mit Ken Jebsen zu Donald Trump an) fordert? Übrigens hofft auch die neue Rechte darauf – Tabula Rasa, eine Stunde Null, um wie Phoenix aus der Asche aus den Annalen der Geschichte wieder aufzuerstehen. Vielleicht zeichnen die Entwicklungen im „Queer“- und Querfrontmilieu aber auch eher Orwells „Animal Farm“ nach – Das Umkippen eines an sich guten, gerechten Gedankens in sein Gegenteil.

„Mikroaggressionen“ & offener Psychoterror – der Ceausescu-Effekt:

Das wäre dann sozusagen der Ceausescu-Effekt: Etwas, das eigentlich mit dem Anspruch angetreten war, die bessere Gesellschaft formen und das Edelste im Menschen hervorbringen zu wollen, ein Reformer, der dialogbereit erschien und versprach, totalitären Auswüchsen entgegenzuwirken, schließlich eine der brutalsten Formen des sog. „Realsozialismus“ überhaupt, ein Beinahe-Faschismus.

Wenn Patsy L’Amour im Berliner „Tagesspiegel“ über Sprechverbote und „Mikroaggression“ berichtet:

„Kürzlich wollte Till Amelung, der in „Beißreflexe“ über den queeren Gewaltbegriff schreibt, das Buch im InterTrans-Referat an der Universität Marburg vorstellen. Ein queerer Aktivist intervenierte mit der Begründung, Till, das Buch und das Referat seien verletzend. Da sollen ziemlich aggressive Mittel angewendet und emotionaler Druck ausgeübt worden sein.“ (Patsy L’Amour LaLove, Art.: „Sprechverbote in der Queer-Szene“, in: Tagesspiegel vom 01. April 2017)

… dann bringt das das Autoritäre, fast Totalitäre und die bizarre Hierarchisierung von „Opfer“ (oben) und „Aggressor“ (unten), denen die Szene offenbar anheim gefallen ist, treffend zum Ausdruck.

Mit zweierlei Maß messen – eine Frage der Fairness?

Nüchtern betrachtet finde ich nicht, dass Menschen, die Nachsicht für ihr Gemobbe und ihre Gehässigkeiten anderen gegenüber verlangen, das Recht haben, zu fordern, man solle auch nur ja vorsichtig sein, dass man ihnen nicht etwa irgendeine „Mikroaggression“ entgegenbringe. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? Ist es schon eine unverzeihliche, unter gar keinen Umständen hinnehmbare „Verletzung“, wenn man die Leute nicht hoch genug auf ein Podest stellt? Wenn man sie nicht frenetisch genug beklatscht und in jedweder Lebensregung vorbehaltlos bestätigt? Darf man oder frau dann nicht mehr auf einer Welt mit ihnen leben, weil sie sich ansonsten eventuell „traumatisiert“ fühlen könnten?
Ist der Vorwurf der „Mikroaggressionen“, mit denen solche Leute angeblich malträtiert werden, in solchen Fällen nicht eher eine Drohgebärde, ein Mittel, das letztlich der Einschüchterung anderer Menschen dienen soll?

Ob man nun in „Queer“ ein Biotop für kreative Künstlertypen sieht, ein Labor für den Lebensstil der Zukunft oder ein paar schräge Vögel, von denen einige vermutlich ernsthafte Probleme haben – eigentlich ist es nur eine Subkultur, deren Angehörige zumeist sogar aus den höheren Gesellschaftschichten stammen. Das natürliche Lebensumfeld von „Queer“ ist jedenfalls die Uni oder der hippe Club im angentrifizierten Szene-Viertel. Am Hungertuch nagt in der queeren Szene kaum jemand.

Wenn ausgerechnet solche Leute „parteiisch“ bevorzugt werden sollen, dann ist das letztendlich nicht viel mehr als „Empowerment“ für das gehobene Bildungsbürgertum, inhaltlich, vom Anspruch her nicht mehr weit von den Forderungen Thilo Sarrazins entfernt. Und grundsätzlich ist die Frage ja auch, ob man Menschen unbedingt zu kleinen Diktatoren stilisieren muss, die anderen ihren Willen aufzwingen. Ist der Schritt in eine richtige Diktatur dann nicht irgendwann auch naheliegend? Zumindest dürfte es dazu führen, dass die Akzeptanz für autoritäre Verhaltensweisen, für Willkür und soziale Ungerechtigkeit wächst. Die Frage ist, ob es das wert ist.

Ein Lackmustest für die demokratische Gesellschaft

Der Lackmustest, mit dem man problemlos jedwede Forderung daraufhin abtesten kann, ob sie legitim ist, ist ja immer, die Verhältnisse einfach umzukehren. Oder, im Klartext, „Was ist, wenn ich es mit dir auch mal so mache?“ Was wäre, wenn man jetzt „queere“ Menschen in der U-Bahn betteln gehen oder schlicht verhungern lassen würde, weil es ja „bei denen ja nichts macht“? Wenn man sie pausenlos anmachen, verhöhnen und vorführen würde? Wenn sie, anstatt dass sie besonders zuvorkommend behandelt würden, überall verscheucht würden, weil man sich „mit ihnen nicht wohlfühlt“? Was wäre, wenn man „queere“ Menschen zu Sündenböcken für jede Laus, die jemand anderem über die Leber läuft, machen würde? Wenn man sie, anstatt dass man sie extra fördert, ausbeuten und gezielt in die Verelendung treiben würde? „Tja, andere haben sich das ja auch nicht so ausgesucht!“. Genau das sagt man ihnen dann eben auch.

Eine Demokratie lebt davon, dass es verbindliche Regeln gibt, an die sich jedeR gleichermaßen halten muss. Dafür sollen im Idealfall auch alle Menschen gleiche Chancen haben. Nicht umgekehrt. Sicherlich lässt sich für eine begrenzte Zeit das Maximum für sich selbst herausholen – ohne Rücksicht auf Verluste. Aber ich glaube nicht, dass nur mit Hass, Terror und Unterdrückung auf Dauer irgendein Staat zu machen ist. Die Lektion hat noch jeder Diktator irgendwann lernen müssen. Für Nicolae Ceausescu kam sie übrigens zu spät.

 

Alice Weidel und die Linken: Eine Frage nach Identifikation oder Prinzipientreue?

Die deutsche Linke arbeitet sich immer noch an Alice Weidel ab. Eva-Maria Tepest fordert auf Missy-Magazine.de Solidarität mit Queers of Color, Transpersonen und wirtschaftlich Abgehängten. Tanja Witte schreibt in ihrer Kolumne auf Zeit.de: „Dr. Alice Weidel: vorzeigeblond, vorzeigedeutsch, vorzeigeerfolgreich, vorzeigelesbisch? Ups. Immerhin zieht sie mit ihrer Lebensgefährtin zwei Kinder groß. Auch angesichts dessen ist Weidels Kampf für eine Partei, aus der heraus Homosexuelle in der Vergangenheit als „degenerierte Spezies“ diffamiert wurden, schwer zu verstehen.“ Dabei sind sowohl Tepest als auch Witte Akademikerinnen, „vorzeigedeutsch“ passt auf sie beide genauso gut wie auf Alice Weidel. Das muss man wissen, z. B. wenn man genauer verstehen will, was „wirtschaftlich abgehängt“ meint. Das drückt sich nicht unbedingt in Zahlen, in dem, was einem an Geld im Monat zur Verfügung steht, aus. Arm ist nicht gleich arm. In der Linken gibt es immer verschwurbeltere Konzepte, wer genau sich als „prekär“ und „abgehängt“ verstehen darf: KünstlerInnen, Bohème-Stars, Vorzeige-Hipster des Berliner „arm-aber-sexy“-Glamour: ja, andere AkademikerInnen: eher nicht – haben sie nicht immer noch ihre Bildung? Immerhin gab es durchaus Forderungen im Queerfeminismus, Frauen müssten zum Wohle anderer Frauen ausgebeutet werden. Ich erinnere mich noch genau an „Sie hat vielleicht die guten Ideen – aber doch nicht die Mittel, um sie umzusetzen.“, dass ich in der U-Bahn betteln gehen sollte – „Ja, andere Menschen müssen das doch auch!“, die ganzen Demütigungen, Homophobie, Frauenhass, der als vermeintliches „lesbisches Selbstbewusstsein“ verkauft wurde – sogar dann, wenn er von Männern kam, das gestohlene Tagebuch, wie mensch mir immer wieder nachweisen wollte, „queer“ sei doch nicht für mich, ganz im Gegenteil: homophob sei ich doch, das Gerede von der „gemeinsamen Wurzel“: Homophobie, Antisemitismus, Rassismus.

Klar, ich selbst kotze, wenn ich das Wort „Queerfeminismus“ auch nur höre. Sorry, tut mir leid, gebranntes Kind. Ich denke aber, das – etwas aufgesetzt wirkende – Gebot der Solidarisierung und das schmallippige Aufrechnen, wer genau denn nun Solidarität verdient hat, sind nur zwei Kehrseiten einer Medaille. Und es erklärt, warum die deutsche Linke sich so schwer mit Alice Weidel tut. Einerseits ist „Queer“ so falsch wie der Smalltalk auf einer Champagnerparty in einem der todschick renovierten Kreuzberger Hinterhöfe: Mal kann mensch sich das aussuchen, auffällig oft „spätberufen“, auffällig oft erst geoutet, als es Karriereoptionen eröffnete: Willkür, das in der Debatte um Alice Weidel vielbeschworene „Lebensgefühl“. Da überrascht es auch nicht groß, als nach dem Medienhype um die falsche Schwarze Rachel Dolezal vereinzelt sogar gefordert wurde, man solle sich auch die Hautfarbe aussuchen können. Das wirkt so kleinkrämerisch und auf den eigenen Vorteil bedacht, wie der ganze Minderheitendiskurs. Immerhin muss man bedenken, dass es WEIßE waren, die sich aussuchen können wollten, auch SCHWARZ sein zu dürfen: ein ziemlich perverser Reflex auf die Minderheitenförderung: Das sollte nicht nur denen zustehen, die wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt werden. Wenn es spezielle Chancen für Schwarze gibt, sollten sie auch Weißen zustehen. Ungerecht, wenn mensch sich das nicht „selbstbestimmt“ für sich aussuchen kann. Ungerecht dann vielleicht auch, wenn sich nicht jedeR ebenso „selbstbestimmt“ als „arm“ „definieren“ darf.

Andererseits muss dann eben abgewägt werden, wenn kann man sich gedanklich nicht doch reich rechnen (zumindest in einer kulturellen Pespektive)? Wer ist vielleicht eine Frau, hat aber so wirklich Schutz vor Sexismus nicht verdient? Wen darf man ruhig mal homophob anpöbeln? Wer könnte einem selbst die Butter vom Brot nehmen oder aber ist so lächerlich schwach, schutzlos und vereinzelt, dass Mitgefühl nicht unbedingt nötig ist? Das möchte mensch eher Kollektiven („Queers of Color“, …) entgegenbringen, eher auf der abstrakten Ebene, mit großer Geste.

Dabei werden gerade solche Leute mit ihrem flexibel gehaltenen Schwarz-Weiß-Denken („arm dran“ – „Mitgefühl“, „Solidarität“, „doch nicht so arm dran“ – „kein Mitgefühl“, „keine Solidarität“) schnell an ihre Grenzen stoßen: Es gibt ja sogar Muslime die Front National wählen, zum Teil, weil sie gegen die Ehe für alle sind (homophob, leider!) und konservative Werte vertreten sehen wollen, zum Teil auch aus dem gegenteiligen Grund: weil sie gegen die Burka sind, mehr Laizismus, weniger religiösen Eifer wollen. In Deutschland ist es u. a. der Popsänger Xavier Naidoo, der unverhohlen mit dem rechten Rand kokettiert – obwohl er sichtbar „Man of Color“ ist.

Dass Minderheiten, ebenso wie Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Frauen nicht zwangsläufig mit linkem Gedankengut sympathisieren, ändert nichts an der Tatsache, dass Diskriminierung real existiert. Homophobie, Rassismus, Ausländer- und Frauenfeindlichkeit treffen Homosexuelle, People of Color, MigrantInnen (oder auch solche, die dafür gehalten werden) und Frauen – unabhängig von ihrem ideologischen und kulturellen Background. Einzusehen, dass die Antidiskriminierungsdebatte vom linken „Lebensgefühl“ losgelöst werden muss, wäre ein Lerneffekt, den man aus der Affaire um Alice Weidel ziehen könnte. Es geht eben gerade nicht darum, mit was sich, die, die derzeit die Minderheitendiskurse dominieren, gern identifizieren möchten, weil es zum eigenen Lifestyle und zur eigenen Identität, zum eigenen Selbstverständnis passt, sondern schlicht darum, etwas gegen Diskriminierung zu tun. Wer das bespöttelt, obwohl er oder sie vielleicht selbst betroffen ist, dem (oder der) ist eben nicht zu helfen. Gerade das aber, die formale Gleichbehandlung aller Menschen, Anti-Diskriminierungsarbeit als Prinzip, das gesamtgesellschaftlich verankert werden soll, wäre eigentlich ein linkes Heimspiel.

Ausgekotzt! Eine Abrechnung mit dem Feminismus

Wenn Deutschland, nein, die Welt – „Let’s think big!“ – dem Feminismus ein Gesicht geben würde – welches sollte es sein? Alice Schwarzer? Nein, zu alt, zu sehr lila Latzhose, als dass sich junge Frauen damit identifizieren könnten. Alice Weidel? Hm. „Progressiver Lebensstil“, wie im Internet mehr als einmal angemerkt würde – Weidel lebt ja mit einer Frau zusammen -, ist aber eben doch zu unverhohlen rechts. Laurie Penny? Nö, die sieht nicht ganz so gut aus. Da könnten die Hipster lästern. Carolin Emcke? Alice Weidel in links, die Synthese von „progressivem Lebensstil“, Geld, Macht und der richtigen Einstellung – also schon besser. Tucké Royal? Jayrome C. Robinet? Glamstars der Berliner Theaterszene, „Transfeminismus“ at it’s best, das Umfeld von Linkspartei und „Junger Welt“ dürfte jubilieren: Männlichkeit, die aber eigentlich weiblich ist oder umgekehrt, das Verwirrspiel der Geschlechter halt. Oder doch lieber jemand wie Ivanka Trump? Gutaussehend, erfolgreich, intelligent, selbstbewusst. Da ist nur das Problem Papa Trump. Der ist zwar noch mächtiger als Carolin Emcke, als Inbegriff des Turbo-Kapitalismus und amtierender worst-case-US-Präsident allerdings nicht jedermans/-fraus Geschmack. Obwohl mensch das drehen könnte. Immerhin hat sich sogar Ex-Stasi-Topspion Rainer Rupp für Donald Trump stark gemacht, wie man auf Wikipedia nachlesen kann – (Zugriff am 02. Mai 2017) und der – Rupp, nicht Trump – schreibt für die „Junge Welt“ und tritt auch schon mal bei RT Deutsch und KenFM auf. So schließt sich der Kreis. Und so gesehen liegt etwa die Spiegel-Online-Kolumnistin und Queerfeministin Margarete Stokowski vollkommen falsch: Ivanka Trump wäre geradezu die ideale Verkörperung des zeitgenössischen Feminismus! Fast jedenfalls. Und ich gebe zu: das habe ich jetzt auch ein bisschen gedreht.

Feminismus auf die Spitze getrieben

Die ideale Feministin – wenn ich sie am Reißbrett entwerfen könnte – sieht, klar, verdammt gut aus. Sie ist total intelligent, künstlerisch begabt, d. h. sie schreibt, malt, schauspielert, tanzt und performt mit großem Erfolg. Im Grunde ist sie sogar selbst ein einziges großes Gesamtkunstwerk. Sie hat ziemlich viel Kohle, nur dass sie trotzdem „arm-aber-sexy“ lebt. Natürlich ist sie links, aber irgendwie auch rechts. Nur dass man ihr letzteres nicht nachsagen darf. Lieber so Dinge, wie, dass sie Humor und Esprit hat, das gewisse Etwas – Je-ne-sais-quoi – eine lebendige, sinnliche Art, die Männern den Kopf verdreht. Pech! Denn sie steht natürlich auf Frauen, die sie ihrerseits aber eben ganz selbstverständlich – als sei es das Natürlichste der Welt – als „den männlichen Part“ wahrnehmen. Deshalb überlassen sie ihr auch instinktiv die Rolle der Anführerin, machen die Care-Arbeit – gern, ja selbstbestimmt! Dabei ist die ideale Feministin selbst alles andere als perfekt. Sie leidet an einer Essstörung. Vielleicht ritzt sie sich auch.

… nicht nur für privilegierte Frauen

Stimmt schon. Die ideale Feministin ist bloß eine Karikatur des Queerfeminismus, eine scharfe, polemische Überzeichnung. Dabei finde ich eigentlich nicht falsch, was Margarete Stokowski schreibt:

„Für mich bedeutet Feminismus, sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Freiheiten haben sollen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper, und damit es so weit kommt, müssen wir einiges umstürzen. Für andere bedeutet Feminismus etwas anderes, und wenn Ivanka Trump Feministin ist, dann muss man in Zukunft eben noch genauer sagen, ob man einen anarchistischen, evangelischen, veganen oder sonst irgendeinen Feminismus vertritt, oder die maximale Bullshit-Variante, bei der es nur darum geht, privilegierten Frauen das Leben noch einen Tick geiler zu machen.“ (Margarete Stokowski, Art. „Der Bullshit-Feminismus“, Spiegel Online, 02. Mai 2017.)

Ausbeutung 2.0: Jammern auf hohem Niveau?

Es ist aber auch nicht falsch, was Silvia Follmann z. B. über Ausbeutung in der Kreativbranche auf Edition F schreibt:

„Wir reden hier von Arbeitssituationen, in denen jungen Menschen weisgemacht wird, wenn sie einmal im Monat auf eine hippe Party kommen, bei der sie sich drei Gläser Champagner umsonst reinhauen dürfen, dann ist das irgendwie auch Teil der Bezahlung. Super, vielleicht gibt’s ja auch ein paar Gemüse-Sticks, dann knurrt der Magen wenigstens nicht so laut unter den teuren, von den Eltern bezahlten Klamotten.“ (Silvia Follmann, Art. „Ausbeutung im Job. Wenn Selbstverwirklichung zur Selbstverarsche wird“, Edition F, 27. Jan. 2017.)

Es ist nur so: Es hat mit der Lebenswirklichkeit vieler Frauen nicht so sehr viel zu tun. Ebenso wenig wie Ivanka Trump. Und das ist das Falsche daran. Queerfeminismus kommt irgendwie manchmal fast genauso elitär rüber, wie Juristinnenblüßchen in Babyrosa an Perlenkettchen mit Hermès-Täschlein, um hier noch ein weiteres Feindbild zu skizzieren. Obwohl Queerfeminismus ja der Gegenentwurf zu all dem elitärem Denken und der abgehobenen Hochnäsigkeit des Establishments sein soll.

Borderline – eine Gesellschaft an ihren Grenzen

Außerdem geht es zu sehr um Essstörungen, sich Ritzen, Borderline. Und das – gerade das Engagement für psychische Kranke, schwache Menschen – ist paradoxerweise sogar ein Katalysator für das elitäre Denken und das ideologische Larifari, die Beliebigkeit, mit der hin- und hergewechselt werden kann: zwischen links und rechts, zwischen einem konservativen Rollenverständnis (Mann-Frau, „Transmann“ – Frau/“Weibchen“) und dem Anspruch ebendas aufzubrechen, zwischen einem rigorosem, verbalradikalen Neokommunismus oder Anarchismus und dem Selbstverständnis als intellektuelle Führungsschicht, als soziale Avantgarde.

„mit Biss“ oder schlicht antisozial?

Als ich auf Spiegel Online las, dass der FBI-Profiler Joe Navarro Leute, die sich darüber lustig machen, dass andere „sich an die Regeln halten“, als Psychopathen einstuft, stolperte ich darüber erst einmal. Genau das war mir ja als neue, ideale Weiblichkeit vorgeführt worden: freche Frauen, die sich nehmen, was sie wollen – „wie ein Mann“, ohne Rücksicht auf Verluste; Frauen, die „Biss haben“, sich durchsetzen können, obwohl sie eigentlich trotzdem diejenigen sind, die zu kurz kommen und daher von der Gesellschaft den Rücken gestärkt kriegen müssen …

„Prinz“ & „Opfer“ zugleich

Navarro, der allerdings kein Psychologe ist, stuft jedoch nicht nur die dissoziale Persönlichkeit (also „Psychopathen“) als problematisch ein, sondern auch Narzissten, Paranoiker und „emotional-instabile“ Persönlichkeiten (Formenkreis Borderline). Über die „emotional Instabilen“ heißt es in der Checklist, die dem Spiegel-Online-Interview mit Navarro beigefügt ist, dass sie „Prinz“ und „Opfer“ zugleich sein wollen. Und dass man bzw. frau sich in ihrer Gegenwart irgendwie ständig im Unrecht, in der Defensive fühlt. Man bzw. frau verliert selbst drastisch an Selbstsicherheit, das eigene Selbstwertgefühl sinkt in den Keller – und dabei ist es doch das Gegenüber, das so unglücklich ist …

„Nach ein paar Stunden mit ihm fühlen Sie sich, als stünde Ihre Welt Kopf.“ (Checklist von Joe Navarro, „Hinweise auf instabile Persönlichkeiten“, Spon-Interview „Jeder kennt einen Psychopathen“, das Gesa Mayr mit Joe Navarro führte, veröffentlicht am 14. April 2014 auf Spiegel Online.)

emotionale Misshandlung als weibliche Form der Aggression

Navarro stellt klar, dass viele Menschen an sich möglicherweise einzelne Facetten problematischer Persönlichkeitstypen feststellen. Ab 15 Treffern auf der Checklist müsse man (oder frau) sich jedoch ein paar Fragen stellen, ob man (oder frau) nicht vielleicht ein Charakter mit Ecken und Kanten ist, der es anderen nicht immer leicht macht. Allerdings lässt der FBI-Profiler auch durchblicken, dass sehr wahrscheinlich fast jeder schon einmal einem Psychopathen begegnet ist. Frauen neigten eher zu emotionalen Misshandlungen, Männer dagegen würden meist offen aggressiv auftreten und daher auch schnell im Knast landen – ein Indiz, das sie leicht als „antisozial“ oder zumindest im Konflikt mit gesellschaftlichen Regeln erkennbar werden lässt.

Emotionale Misshandlungen scheinen dagegen auf den ersten Blick sozial akzeptabler zu sein: Mobbing, psychische Manipulation, emotionale Erpressung, gezieltes Lügen, das meiner Erfahrung nach gern auch als „Notlüge, weil er oder sie sich doch so klein gefühlt hat und sich einfach ein bisschen interessant machen wollte“ schöngeredet wird. Das zumindest sind einige Kriterien, die Dr. Heinz Golling auf seiner Homepage unter dem Label „emotionaler Missbrauch“ anführt.

Sicher, genau wie nicht jeder, der mal ein bisschen aufschneidet gleich ein grausamer (und potentiell gefährlicher) Narzisst ist, ist nicht jede gehässige Zicke automatisch eine Psychopathin. Dennoch muss man (oder besser gesagt frau) sich fragen: cool oder voll daneben? Muss so etwas wirklich nicht nur toleriert, sondern am besten auch noch explizit gefördert werden?

Linke, die auch rechts sein können

Nicht jedenfalls, dass man den Leuten etwas Schlechtes nachsagt. Queer ist links, Trans ist links, so das Mantra, das einem in den letzten Jahren immer wieder eingehämmert wurde. Soll man denken. Muss man denken. Nur entspricht es nicht dem, was man tagtäglich erlebt. Dafür berichtet der aus Marokko stammende Journalist Mohamed Amjahid in seinem Buch „Unter Weißen“ von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in der queeren Szene. Das wirkt fast wie ein Exklusiv-Report aus dem Untergrund, einer nur Eingeweihten zugänglichen Welt. Amjahid, der – so der Eindruck, der beim Lesen entsteht – eigentlich der queeren Szene selbst eher wohwollend gegenübersteht, hat offenbar auch Druck erfahren. Der LSDV soll ihm sogar „eine Berichterstattung“ (…) „wie in der ‚Jungen Welt‘ oder der ‚Jungen Freiheit'“ vorgeworfen haben.*

Denkverbote als Eigentor

Darf man also nicht denken. Aber warum eigentlich nicht? Alice Weidel, Milo Yiannopoulos, Jack Donovan und viele mehr laufen unter dem Label „Queer“, sind aber stramm rechts. Man kann keine Gütesiegel für Menschen verhängen! Dass man feststellt, dass es in dieser oder jener sozialen Gruppe Personen gibt, die man beim besten Willen NICHT als links wahrnehmen kann, bedeutet ja nicht, dass man ALLEN unterstellt, sie seien rechts. Und es bedeutet auch nicht, dass man bestimmte Leute als „rechts“ an den Pranger stellt, obwohl sie das in Wirklichkeit gar nicht sind. Genau das machen aber im Übrigen einige Leute aus der queeren Szene sehr gern …

Mut zu Zwischentönen!

… denn sie können es sich ja leisten. Das ist ein schwarz-weißes Borderline-Denken, in dem es nur „gut“ oder nur „schlecht“ gibt, dafür aber ein- und dieselbe Person eben „Prinz“ oder „Prinzessin“ und „Opfer“ zugleich sein kann; Linke, die durchaus auch rechts sein dürfen, sofern sie eben irgendwie „queer“ sind, Reiche, die arm sind oder sich zumindest so fühlen und umgekehrt. Und so weiter.

Da dreht sich einem wirklich der Kopf. Irgendwie muss das nicht sein. Auch Queerfeminismus ist nicht alternativlos. Was, wenn es ihn umso interessanter machen würde, wenn er nur noch EINE Alternative VON VIELEN wäre? Oder, mit anderen Worten, die ideale Feministin gibt es nicht. Und das ist auch ganz gut so.

*Mohamed Amjahid: „Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein“, Hanser-Verlag, Berlin 2017, S. 115 ff.

**Ach übrigens: selbst kam ich auf den Navarro-Checklisten auf: 5, 4, 19, 11 Punkte. Die 19 bei Paranoia habe ich aber denen zu verdanken, die in Punkto Narzissmus, dissozialer Persönlichkeit & emotional-instabiler Persönlichkeit auf deutlich mehr Treffer kommen (irgendwie provoziert das ganze Auflauern („irre machen!“), Anlügen, Angst einjagen, Verarschen & Verwirren das. Merkwürdig nicht?!). Ach so, und die 4 dissozialen Punkte haben mir eingebracht dass ich – na ja Ines Pohl vergewaltigt habe (zumindest haben die Hipster das ja behauptet, wahlweise war auch eine andere, unbekannte Frau mein Opfer.) und wegen des Kinderpornos, mit dem mein Blog verlinkt wurde … Nein, nein – so einfach ist das nicht. Die wilde Jugend ist schuld. Wenn die Leute, die sich chronisch als Opfer fühlen, dennoch zu mir etwas mehr auf Abstand gehen würden, wäre mir das allerdings – nun ja – nicht ganz unrecht. Spaßeshalber habe ich nämlich auch mal andere, mit denen ich zu tun hatte, durchgecheckt: Das Maximalergebnis (also die größten A… geigen): Narzissmus: 58, dissoziale Persönlichkeit 52 Treffer. Ist zwar meine Wahrnehmung, aber zT haben die Leute sich ja sogar damit gebrüstet und das als cooles, selbstbewusstes Verhalten verkauft (siehe Text). Also dann: Cheers! 😉