Terror! (Teil 21)

Wer den Anfang verpasst hat oder quer einsetigen möchte – unter #TerrorTheStory finden sich alle Folgen. Wer nicht bei 1 anfangen möchte, kann auch bei Teil 8 oder Teil 17 neu einsteigen.

Im Folgenden geht es um eine frei erfundene Internetstory, also – viel Spaß dabei!

Ingo Schneider & Thomas Haase, BKA Wiesbaden, polizeilicher Staatsschutz, Lagegespräch, 30. Oktober 1985, 18 Uhr 30:

„Was hast Du aus Florenz?“ fragte Ingo Schneider Thomas Haase. „Nicht viel,“ erwiderte dieser. „Die einzige Frau, die man damals, am 2. August 1980, festgenommen hat – also für den Mord an Berthold Brennecke – die hat dann selbst Selbstmord begangen. Also, sie ist aus dem Fenster des Verhörraumes im Palazzo Pitti gesprungen. Sie hatte einen deutschen Pass, aber der war gefälscht. Wir wissen also nicht, wer sie war.“ berichtete Thomas Haase. „Und die Kollegen in Florenz haben auf Rote Armee Fraktion getippt?“ hakte Ingo Schneider nach. „Offenbar ja. Das Motiv passte, ein Nato-General, der Kontakt zu italienischen Würdenträgern hatte. Die wiederum waren sehr wahrscheinlich den Kollegen von den Roten Brigaden ein Dorn im Auge. Also hat man sich zusammengetan, die RAF und die Roten Brigaden, und was ausbaldowert. Ist ja bei denen jetzt in Mode, diese internationale Vernetzung. In Frankfurt* war’s ja auch die RAF zusammen mit den Franzosen …“ erläuterte Haase. „Ja, das passt.“ Ingo Schneider fand die These stimmig. „Ansonsten irgendwelche Auffälligkeiten?“ wollte er wissen. „Na ja, den gefälschten Papieren zufolge, die die Frau bei sich hatte, ist sie in Argentinien geboren. In Florenz wollte man aber auch nicht ausschließen, dass sie Palästinenserin ist …“

„… Sie könnte also auch bloß im Auftrag der RAF gehandelt haben.“ spann Schneider den Faden weiter. Doch dann wirkte er plötzlich nachdenklich. Er wirkte, als sei ihm da spontan etwas in den Sinn gekommen und sprach, ohne weiter darüber nachzudenken, sofort laut aus, was er dachte: „Mach Argentinierin draus, die im Auftrag der RAF oder der Roten Brigaden handelt. Guck, was in Argentinien so an Guerilleros rumläuft, 1980 war das noch ’ne Militärdiktatur, sowas schreit geradezu nach bewaffnetem Widerstand, wenn auch da vielleicht nur im Kleinen. Vielleicht wollte auch jemand den Carlos** machen und mit Terror ein bisschen Geld verdienen ….“

„Ok.“ erwiderte Haase knapp. Er hatte noch ein paar harte Fakten, die er Schneider mitteilen wollte: „Lutz Seiffert war übrigens nicht auf der Passagierliste der Achille Lauro*. Entweder es handelt sich um eine Verwechslung oder er war unter falschem Namen auf dem Schiff. Seit Oktober 1980 hat ihn niemand mehr in Berlin, wo er zuletzt gemeldet war, gesehen. Von Mai 1970 bis März 1979 war er verheiratet und hat eine Tochter, Michaela, geboren 1971. Die Ex-Frau haben wir jetzt ausfindig gemacht, Sigrid Seiffert-Schumann, hat wohl wieder geheiratet und lebt jetzt mit der Kleinen in Gießen. Kommt am Montag zu uns, damit wir ein bisschen plaudern können.“ schloss Haase seinen Bericht. „Dann sind wir mal gespannt …“ Ingo Schneider nickte zufrieden. Das Gespräch war beendet.

Sigrid, Gießen, 30. Oktober 1985, ca. 18 Uhr 45:

Micha wirkte nicht gerade, als sei sie begeistert von dem Vorschlag, nachher zum Italiener Essen zu gehen. Aber Sigrid hatte keine Lust zu kochen. Sie brauchte dringend ein Glas Rotwein. Oder auch zwei. „Ich habe Hunger!“ maulte Micha. „Schmier dir einfach noch ein Brot. Dauert ja noch ein bisschen. Da schaffst du locker nachher noch ’ne Pizza.“ Sigrid versuchte, unbekümmert zu klingen, hakte aber dann eine Spur zu scharf nach: „Hausaufgaben hast du schon gemacht, ja?“ Micha guckte trotzig. „Auch Mathe?“ Sigrid klang jetzt regelrecht aggressiv und sie versuchte, sich ein bisschen zu drosseln. Das gedehnte „Ja, klar …“, das Micha dazu zu sagen hatte, nervte sie erst recht, vor allem, weil ihre Tochter sich nicht einmal die Mühe machte, zu verbergen, dass sie log. „Außerdem …“ fuhr Sigrid fort „wäre es mir ganz recht, wenn nicht immer zehn mal hintereinander Madonna oder Sandra♦ aus deinem Zimmer dudeln würde.“

Sigrid seufzte. Seit Micha einen eigenen Plattenspieler hatte … Trotzdem war sie froh, dass sich Michas Schwierigkeiten in der Schule gebessert hatten. Sie selbst hatte diese Probleme nie gehabt. Ihr Vater war ein geselliger Vereinsmensch und ein eingefleischter Stammtischler, den jeder in dem Ort, wo sie aufgewachsen war, kannte und schätzte. Jeder wollte nett zu der kleinen, blonden Sigrid Becker sein, schon allein, um sich mit Rolf Becker gut zu stellen. Ihr Vater war außerdem ein Ewiggestriger, ein unverbesserlicher, alter Nazi. „Ein deutsches Mädchen weint nicht!“ hatte er sie angeschnauzt, wenn sie sich mal das Knie aufgeschlagen hatte. Sigrid weinte nicht. Innerlich erschauerte sie jedoch allein bei dem Gedanken an den autoritären, gefühls- und leibfeindlichen Erziehungsstil. Vermutlich war schon ihr Großvater so erzogen worden und ihr Vater kannte es nicht anders. Auch er war eben nur ein Rädchen im System. Selbst der Vorstand der deutschen Bank, Alfred Herrhausen, hatte ja unverhohlen und in aller Öffentlichkeit zum Besten gegeben, dass er damals auf der Napola „die Freude an der Arbeit“ gelernt habe und die Zeit auf der nationalsozialistischen Eliteschule daher nicht missen wolle*** – Warum sollte also jemand wie ihr Vater einsichtig sein?

Als Sigrid etwas älter als Micha war, hatte sie begriffen, worum es ging, auch wenn der Nationalsozialismus in der Schule nie explizit Thema gewesen war. Die Lehrer hatten ja selbst alle mitgemacht. Sigrid hatte sich geschämt – für ihre Eltern, für Deutschland, für sich selbst – und sich in sich selbst zurückgezogen. Sie hatte Bücher gelesen, oft bis tief in die Nacht – Beat-Literatur, Existenzialisten. Seit Sigrid denken konnte, hatte sie sich entsetzlich einsam gefühlt, wie ein Satellit, der lose und ziellos um die großen Planeten schwirrt, die in ihrem jeweils eigenen System fest verankert sind und daher selbstgewiss ihren Platz im Universum haben. Direkt nach dem Abitur war Sigrid dann nach Berlin gegangen und dort hatte sie zum ersten Mal das Gefühl gehabt, offen und frei sprechen zu können. Sigrid hatte Teach-Ins+ mitgemacht, noch mehr gelesen als zu Schulzeiten, demonstriert, Drogen ausprobiert, sich in Liebesabenteuer gestürzt und die Männer dann relativ schnell wieder fallen lassen, bis sie Lutz kennen lernte, der nicht nur gut aussah, sondern ähnlich lebensgierig und zugleich distanziert zu sein schien wie sie selbst, sensibel und suchend, humorvoll und selbstkritisch, auch wenn er auch ein ganz schöner Macho sein konnte.

Ihre Ehe hatte 9 Jahre gedauert. 9 Jahre, die Sigrid in guter Erinnerung hatte, aber dann hatte plötzlich nichts mehr funktioniert. Sie hatten sich nur noch gestritten. Lutz war ihr zu radikal geworden und außerdem hatte sie den Verdacht, dass er eine Affaire mit einer der jungen Studentinnen hatte, die in der Kneipe jobbten, in der auch Lutz arbeitete. Sie wusste ja, dass es ihn frustrierte, dass er nicht Lehrer hatte werden können++, aber sie selbst hatte auch für eine Weile keine Aussicht auf irgendetwas außer vielleicht Taxifahren gehabt – und Micha, das Kleinkind, das sie damals zu versorgen gehabt hatte, ohne zu wissen, wie man das machte, die anderen linken Frauen, die halb ihre Freundinnen und Verbündeten waren, sie aber zur anderen Hälfte auch allzu oft missgünstig und schadenfroh beäugten, ihr vorwarfen, sich zu sehr in die Rolle des Männer hörigen Weibchens zu begeben oder aber monierten, dass sie versuche, ihre natürliche Weiblichkeit zu leugnen, obwohl doch gerade das eine große Stärke sei. Waren es nicht immer Männer gewesen, die in den Krieg gezogen waren? War Auschwitz nicht ein Männerding, ein irrer Phallus, der in seiner Gier, sich die Welt untertan zu machen, schließlich dann im Maschinentakt massenweise gemordet hatte?♦♦

Eine Weile hatte Sigrid sich in Feminismus, Friedensbewegung und Ökologie gestürzt, um von RAF, 2. Juni und RZ+++ wegzukommen, dieser ganze radikale Quatsch, auf den Lutz mit Riesenschritten zuging. Wenn sie ehrlich war, hatte sie vor allem versucht, von Lutz wegzukommen. Als sich für Sigrid die Möglichkeit ergab, doch noch zu promovieren, war ihr das wie eine Tür nach draußen erschienen. Und sie war heilfroh gewesen, als es mit der Assistentenstelle in Gießen klappte. Von Berlin hatte sie die Nase voll. Das Schrille, der Fanatismus der Leute, dass alles extrem war und wer sich nicht 24 Stunden am Tag mit Leib und Seele der Sache hingab oder Zweifel äußerte, schon das Verräterschwein war, das hatte sie alles zum Schluss einfach nur noch angekotzt. Das Libertäre und Unkonventionelle, das Faible für alles, was so ganz anders als der Mainstream war, der Grund also, warum Sigrid ursprünglich nach Berlin gekommen war, war ihr letztendlich zur Falle geworden. So fühlte es sich für sie jedenfalls an. Die Einsamkeit nagte an ihr, wieder das Gefühl, der Welt, in der sie lebte, so gänzlich entfremdet zu sein.

Jetzt drohte das kleine Glück, das sie sich mit Bernd und Micha in Gießen aufgebaut hatte, wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Der Anruf, den sie heute Nachmittag in ihrem Büro erhalten hatte, war als hätte sie jemand aus dem Tiefschlaf in einem warmen, weichen Bett gerissen und sie im Nachthemd nach draußen in den kalten Neuschnee geschickt. Das BKA Wiesbaden wollte sie sprechen. Offenbar hatten sie sie zu Hause nicht erreicht.

„Hör mal, Micha …“ Sigrid zögerte. Während sie die Einkäufe im Kühlschrank verstaute und prüfte, ob irgendwo etwas bald weg musste oder schon schlecht geworden war, hatte sich ihre Tochter ein Brot geschmiert und kaute nun mit vollen Backen. „Lutz ist in Schwierigkeiten …. Und ich muss Montag zur Polizei, nach Wiesbaden.“

Micha machte große, erschreckte Augen und sah für einen Moment wieder wie ein fünfjähriges Mädchen aus, obwohl sie mitten in der Pubertät steckte und seit einem halben jahr auch ihre Tage hatte. Ein gewisser Frank Dijkstra überwies seit ’83, also etwa seit sie in Gießen lebten, von Amsterdam aus monatlich einen gewissen Betrag an Lutz‘ Mutter mit dem Vermerk „Micha“. Sigrid hatte niemandem davon erzählt und sie hielt es auch für besser, wenn es vorerst ein kleines Geheimnis blieb, von dem nur sie, Lutz und Lutz‘ Eltern wussten. Sigrid glaubte zwar nicht, dass Lutz in Amsterdam war, aber wo auch immer er war – sie hielt es für richtig, wenn man ihn dort in Ruhe ließ. Sigrid kannte ihren Ex-Mann. Falls er Dummheiten gemacht hatte, dann, weil er unter schlechtem Einfluss gestanden hatte. Mit sich allein gelassen, würde er nachdenken und schließlich würde sein schlechtes Gewissen siegen und er würde versuchen, alles wieder hinzubiegen.

„Hör mal, Micha …“ setzte Sigrid noch einmal an: „Wir erzählen Bernd nichts davon. Auch nicht, dass Du und Lutz im Sommer vor 5 Jahren, bevor Lutz verschwunden ist, Ferien in Italien gemacht habt.“ Sie erinnerte sich noch gut, wie ihre Tochter damals braungebrannt und bestens gelaunt wieder in Berlin eingetroffen war. „Ich erzähl das auch den Bullen nicht.“ Sigrid grinste. Obwohl ihr eigentlich schwindelig war vor Angst. Magensäure stieg ihr in die Kehle hoch. Wenn Schacher, ihr härtester Rivale an der Uni mitbekommen würde, was für ein Leben sie in Berlin geführt hatte und dass die Polizei jetzt nach ihrem Ex-Mann suchte, dann wäre es das gewesen. Vielleicht auch mit Bernd. Vermutlich.

Wer wissen will, wie’s weitergeht – hier geht’s zu Teil 22.

*Anschlag auf die Rhein-Main US Air Base bei Frankfurt, Entführung der Achille Lauro: Erläuterungen in Teil 18 und Teil 17.

**Carlos: eigentlich Ilich Ramírez Sánchez, geboren 1949 in Venezuela, derzeit in Frankreich inhaftiert. Nach einem abgebrochenen Studium in Moskau von der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) militärisch ausgebildet. Mit seiner eigenen Terrororganisation, der „Organisation des Révolutionnaires Internationalistes“ verübte er Terroranschläge im Auftrag u. a. für die Staatssicherheit (DDR), die Securitate (Rumänien), für die irakische Regierung und für palästinensische Organisationen. Er war mit Magdalena Kopp, einer deutschen Terroristen (Revolutionäre Zellen, gest. 2015) verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Diese und weitere Informationen auf Wikipedia.

Diskographie: Madonna, „Into the Groove“, Release: 1984, Sandra, „(I’ll never be) Maria Magdalena“, Release: Sommer 1985.

***Alfred Herrhausen: Das Herrhausen-Zitat zu seiner Zeit auf der Napola (Nationalpolitische Erziehungsanstalt, im Nationalsozialismus Kaderschmieden, auf der die zukünftige Elite herangezogen werden sollte) stammt aus einem Artikel von Diana Dittmer auf N-TV („25 Jahre Mord an Alfred Herrhausen: Mord an Herrhausen bleibt ein Rätsel“, v. 28. November 2014.). Herrhausen, der 1989 von der Roten Armee Fraktion ermordet wurde (oder in ihrem Auftrag, die Umstände sind, wie in Dittmers Artikel nur angedeutet wird, nach wie vor ungeklärt). Dass Herrhausen – genau wie viele andere Führungskräfte der späteren Bundesrepublik – auf der Napola war, war allgemein bekannt, auch dass Herrhausen, der ansonsten für einen Bank als ungewöhnlich sozial galt, sich keineswegs dafür schämte, sondern offen dazu stand.

+Teach-In: autonome, von den Studierenden selbst organisierte Uni-Lehrveranstaltung, bei der aktuelle politische Themen besprochen werden.

++Radikalenerlass: nähere Erläuterungen in Teil 10.

♦♦Frauen im Nationalsozialismus: Lange wurde angenommen, dass Frauen sich wenn überhaupt nur als Unterstützerinnen ihrer Männer an den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt haben. U. a. vertrat die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich diese These, die von der stark differenzfeministisch geprägten Frauenbewegung der 1970er Jahre aufgegriffen wurde. Mehr dazu auf Wikipedia. Heute weiß man, u. a. durch die Forschungsarbeiten der Historikerin Kathrin Kompisch und anderer, dass dies leider absolut nicht zutraf. Frauen, wie etwa die lesbische Irma Grese (KZ-Aufseherin in Auschwitz) oder Ilse Koch (Frau des Lagerkommandanten von Buchenwald, heterosexuell, neigte aber wohl, wie Irma Grese, zu sexuellem Sadismus den Häftlingen gegenüber) übten z. T. mit extremer Grausamkeit Gewalt aus (interessant ist, wie gesagt, das Thema sexueller Sadismus, das offenbar gehäuft bei weiblichen NS-Täterinnen auftrat, aber das ist ein neues Thema und würde hier zu weit ab führen …) und taten dies genauso aus eigenem Antrieb wie Männer.

+++Rote Armee Fraktion, Bewegung 2. Juni, Revolutionäre Zellen: linksterroristische Gruppen, die in Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren aktiv waren. Die „Bewegung 2. Juni“ löste sich bereits 1980 auf, die RAF und die Revolutionären Zellen dagegen waren bis in die 1990er Jahre aktiv, wobei die Revolutionären Zellen nicht klandestin arbeiteten, sondern sich, wie es hieß, als „Feierabendterroristen“ betätigten, d. h. sie waren darum bemüht, nach außen hin ein bürgerliches Leben zu führen, sodass nach Möglichkeit niemand ahnen sollte, dass sie auch terroristisch aktiv waren. Auch sollten dem Anspruch nach Tötungsakte vermieden werden. Menschen sollten allenfalls angeschossen werden, gewalt gegen Sachen, gebäude, etc. galt dagegen als legitim. Die Aufteilung in unabhängig voneinander agierende Kleinstgruppen ohne „Kommando-Ebene“ wie etwa bei der Roten Armee Fraktion sollte es den Behörden erschweren, die RZ als Ganzes unschädlich zu machen. Allerdings scheint die Gruppe sehr heterogen gewesen zu sein und einige RZ’ler mischten offenbar auch im internationalen Terrorismus mit (siehe oben). Die RZ waren an der Entebbe-Entführung 1976 beteiligt und einige Mitglieder sollen stark antisemitische Positionen vertreten haben (u. a. sollen die RZ’ler, die an der Entebbe-Entführung beteiligt waren, die Passagiere der entführten Air France Maschine nach „Juden“ (israelischer Pass oder auch nur „jüdisch klingender Name“) und „Nicht-Juden“ selektiert haben). Entschuldigen muss ich mich hier nichstdestoweniger in gewisser Weise bei Thomas Kram, der sich am 02. August 1980 offenbar in Bologna aufgehalten hat und, wie Lutz in der Geschichte offenbar unter den Radikalenerlass gefallen ist, wenn auch als Grund- und Hauptschullehrer (vgl. freilassung.de, „Einlassung“ vom 22. 01. 2009). Das habe ich allerdings erst beim durchs Internet googeln gelesen, als ich mit „Terror!“ schon etwa bei Folge 10 oder weiter war. Die Person des Lutz ist also ausdrücklich nicht nach dem Vorbild von Thomas Kram gestaltet, der, den wenigen Fotos, die ich im Internet gefunden habe, auch wohl anders aussah. – Also, scusami, Thomas Kram, non l’ho mai conosciuto (Dovrei aggiungere che il solo terrorista che ho mai visto era Till Meyer, Bewegung 2. Juni, quando ha presentato la sua autobiografia nella città dove ho fatto i miei studi superiori) e non penso che il Kram si sia riconosciuto in questa storia … Lutz in dieser Geschichte soll außerdem eher jemand sein, der in die linksextreme, auch gewaltbereite Szene reinrutscht, ihr am Rande angehört und sich schließlich mehr oder weniger auf eigene Faust (wenn auch animiert von dritter Seite) als Terrorist versucht. Zudem gilt heute, soweit ich weiß, als gesichert, dass der Anschlag in Bologna auf das Konto rechtsextremer Kreise in Italien zurückgeht.

Der Anschlag in Florenz ist allerdings frei erfunden, wie auch alle Personen in dieser Geschichte außer den historischen Persönlichkeiten. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind daher rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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