Sollten Homosexuelle Kinder haben?

Die Ehe für Alle ist durch. Jetzt können Homosexuelle auch Kinder adoptieren. Sollten sie? Eher nein, hat wohl, so kann man einer Kolumne von Jakob Augstein entnehmen, ein „Experte“ in der FAZ dargelegt. Der „Psychologe und Philosoph“, an dessen Authentizität offenbar, so Augstein, Zweifel bestehen, soll auf das ausschweifende Sexualleben schwuler Männer verwiesen haben, dass nicht mit der Kindererziehung vereinbar sei.

Wenn Papi und Vati es im Darkroom krachen lassen und sich mit Poppers und Crystal Meth vollstopfen, während der kleine Sohn verzweifelt in seinem Bettchen weint, dann ist das wirklich nicht so glücklich. Ja, solche Schwule gibt es. Stimmt schon. Allerdings gibt es auch Hetero-Männer, die Monatsgehälter im Puff verprassen und synthetischen Genüssen aller Art nicht abhold sind. Oder Männer, die saufen und prügeln. Männer, die Kinder misshandeln gibt es – homosexuelle und heterosexuelle.

Frauen übrigens auch. Vor vielen Jahren war ich in Berlin mal zu einem Workshop zum Thema Körperbilder im „antisexistischen Infoladen“. Das war, glaube ich, mein Verhängnis, obwohl mensch dort bereits infomiert zu sein schien, wie mit mir umzugehen sei. Jedenfalls verfolgten und belauerten mich mehrere Frauen, die an dem Tag dort herumhingen. Beste Beziehungen zur „Jungen Welt“, zum Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung und zum feministischen, den Grünen nahe stehenden Gunda-Werner-Institut. Eine Frau deutete an, Carolin Emcke privat zu kennen. Eine, die im Rahmen einer Veranstaltung zum Frauentag am 8. März eine Rede in den Räumlichkeiten der „Jungen Welt“ gehalten hatte, kam mir, als ich ein einziges Mal zum Slutmarch ging, hochschwanger entgegen und fauchte mich an: „Ja, auch ich habe schon mal mit einem Mann geschlafen!“ Das hatte ich nicht bezweifelt bzw. ich hatte mir eigentlich überhaupt nicht den Kopf darüber zerbrochen, mit wem die Frau wann, wie oft Sex gehabt hatte. Später stierte mir eine andere Frau, älter, wohl auch aus dieser Frauenszene, in der Umkleide im Schwimmbad penetrant ziwschen die Beine (leider war ich gerade nackt.) und keifte: „Ja, auch ich habe eine Sexualität!“ Fast die gleiche Satzstruktur. Oder die Dicke, die mir in Kreuzberg in der Adalbertstraße entgegenkam und kreischte: „Fickmaus!“; dann der Kinderporno, zu dem sie meinen Blog verlinkt hatten …

Später, als ich beschloss, diese Leute nicht mehr zu ignorieren, inder Hoffnung, dass es schon irgendwann vorbei ginge – denn das war nicht der Fall -, las ich, dass besagter antisexistischer Infoladen u. a. auch einen Treff für psychisch kranke Frauen hat. Sich Ritzen, Borderline, Essstörungen – man hört, wenn von „Queer“ die Rede ist – fast mehr davon, als über die Ehe für alle.

Nein, ich glaube nicht, dass solche Menschen Kinder adoptieren können sollten. Die Gefahr, dass sie sie misshandeln, wäre zu groß. Zwar hatten die Frauen beteuert, dass sie zu anderen ja nett seien, sich sogar rührend kümmerten. Aber was ist, wenn so eine Frau und ihre Partnerin eines Tages auf die Idee kommen, dass sie zu ihrer Adoptivtochter auch nicht mehr nett sein können? Wenn die Kleine anfängt, sich für Männer (oder Frauen) zu interessieren und die „Mütter“ ihr zeigen wollen, dass auch sie „eine Sexualität“ haben, wenn die Kleine die „Fickmaus“ sein soll, lächerlich gemacht, verhöhnt, das Rückgrat gebrochen, bevor es sich überhaupt entwickeln könnte? Was ist, wenn kein Jugendamt einschreitet, weil man nicht „homophob“ sein will?

Es ist ein Eigentor, dass Begriffe, wie „Homosexualität“ und „LGBT“ so weit ausgegelegt werden, dass sich möglichst viele, alle, die sich irgendwie als „Außenseiter“ fühlen oder Probleme mit ihrem Körper haben, sich damit identifizieren können. Dabei sieht ein Teil der „queeren“ Menschen mittlerweile offenbar sogar schon Homosexuelle als „Feinde“ und – so bizarr es auch klingen mag – nicht jedeR aus der queeren Szene ist für die Ehe für alle.

Wenn also gemeint ist, das psychisch kranke Menschen, die zu Übergriffen neigen und schon mehrfach durch Misshandlungen und Mobbing gegenüber Schwächeren aufgefallen sind, Kinder adoptieren können sollten, dann bin ich ganz klar dagegen.

Wenn die Frage aber ist, ob Homosexuelle, also Menschen, die sich seit frühester Jugend sexuell zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, Kinder adoptieren können sollten, dann bleibt nur, mit einer Gegenfrage zu antworten: „Ja, warum denn nicht?“ Psychologische Bedenken, etwa hinsichtlich eines abweichenden Verständnisses der Geschlechtsrollen, die Kinder dadurch entwickelten, kann ich nicht nachvollziehen. Die Gefahr hätte eher in den 1980er Jahren bestanden, und zwar auch in heterosexuellen Familien, da damals Mädchen problemlos mit praktischem Kurzhaarschnitt herumlaufen konnten und es nicht so sehr als „abnorm“ auffiel, wenn die Kleine etwas wilder und burschikoser war. Heutzutage, wo jede Spielzeugabteilung größerer Warenhäuser fein säuberlich in Pink und Hellblau unterteilt ist, braucht sich wohl niemand darum zu sorgen, dass Mädchen und Jungs nicht wüssten, welche Rolle sie einzunehmen hätten.

Diese Dinge werden nicht nur im Elternhaus, sondern auch im Kindergarten, in der Schule und eben im Kaufhaus vermittelt. Wichtig ist dagegen, dass Kinder ein liebevolles, nach Möglichkeit stabiles Elternhaus haben. Mit anderen Worten: zwei liebende Papas oder Mamas sind besser als ein Heim, ein heillos überforderter Alleinerziehendenhaushalt oder auch ein kaltes, liebloses, großbürgerliches Elternhaus, das rein äußerlich „wie aus dem Bilderbuch“ zu sein scheint.

Die LGBT-Community tut sich also selbst nichts Gutes, wenn sie verhaltensauffällige Menschen, die zum Teil auch Ablehnung für aggressive und grenzverletzende Verhaltensweisen anderen gegenüber erfahren und nicht so sehr, weil sie etwa als „Homosexuelle“ „gelesen“ würden, zu sehr in den Mittelpunkt stellt. Nicht zuletzt ist dies der Grund, weshalb ich mich von ihnen distanziert habe. Dennoch muss man darauf achten, dass dieser Bumerang, der sich hervoragend für die neue (alte) Rechte nutzen lässt, nicht diejenigen erschlägt, die einfach eine ganz normale Familie sein wollen.

Wenn also Papi dem Kleinen abends im Bett vorliest, nachdem Vati das aufgeschlagene Knie versorgt hat, Mummy der Tochter erklärt, wie man sich gegen Hänseleien in der Schule wehren kann, nachdem Mutti mit den Hausaufgaben geholfen hat und am Ende alle vor einem großen Topf dampfender Spaghettis sitzen und es sich gut gehen lassen – dann ist es doch das beste, was passieren kann, oder etwa nicht?

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