Sprachtalente

Den Schwachen soll man helfen. Den Schwachen, ja, aber auch denen, die es einfach nicht ertragen können, wenn sie andere nicht ausstechen können?

Ich bin ganz gut in Fremdsprachen. Nicht perfekt, nein. Gemessen an Muttersprachlern, sind meine Kenntnisse vielleicht sogar ziemlich dürftig. Das Problem ist, Problem Nummer 1 sozusagen: Ich werde immer an Muttersprachlern gemessen, an Akademikern, gebildeten und sprachgewandten Leuten, meinesgleichen in ausländisch sozusagen.

Manchen ist es einfach gegeben … Wirklich?

Dabei geht es eigentlich um die Deutschen, genauer um die, die sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben haben, ganz gut in Fremdsprachen zu sein. Das habe ich auch niemandem abgesprochen. Umgekehrt wissen die meisten allerdings ganz genau, dass es mit meinen Fremdsprachenkenntnissen soweit her nicht ist. Sagen sie jedenfalls. Der Neffe eines deutschen Kulturstars (so erzählte man mir. Ich bin allerdings in den letzten Jahren so oft angelogen worden, dass ich mittlerweile nicht mehr weiß, was ich glauben soll und daher lieber vorsichtig bin), der im sonnigen Süden aufgewachsen ist, stellte dann auch reinheraus klar, dass er kein Wort verstünde, wenn ich sprechen würde. „Er hat sie ja nicht mal verstanden!“ ereiferte sich auch seine Großmutter, selbst ebenfalls polyglott. Eine andere Frau ergänzte: „Und die mit den südländischen Vorfahren, das bin doch wohl eher ich!“. Stimmt, damit hatte ich ein bisschen kokettiert. Aber die anderen hatten auch immer wieder lang und breit von Masuren und Schlesien erzählt, von den Eltern oder Großeltern, die da gelebt hatten oder zumindest geboren worden waren. Ich tat so, als hätte ich durch die zugigen großen Fenster und die angelehnte Tür nicht gehört, was draußen besprochen wurde. Ein bisschen Wein hatte ich ja auch schon getrunken. Also ging ich nach draußen, verabschiedete mich freundlich und stapfte zur U-Bahn. Ich war zum letzten Mal in dem kleinen, alternativen Gesprächszirkel dabei gewesen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass man in diesen Kreisen lobende Worte für Thilo Sarrazin fand, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) viele sich eher ökig-links gaben und man von Leistungsdruck und Strebertum nichts hielt.

Als ich selbst vor langer Zeit in dem Land im Süden lebte, war ich jedenfalls ganz gut für die Einheimischen zu verstehen. Das ist auch immer noch so, wenn ich auf Leute aus diesem Land treffe, die keine deutschen Freunde haben und sich auch nicht sonderlich für Kunst und Kultur interessieren, nicht mit rechtem Gedankengut sympathisieren und sich auch nicht als die Elite der Welt sehen. Sie wissen, dass ihre Sprache nicht meine Muttersprache ist. Ich weiß, dass ich auch nicht unduldsam sein darf, wenn sie Deutsch sprechen, weil es umgekehrt eben genauso ist.

Neulich las ich, dass es viel schwerer ist, in einer fremden Sprache von sehr guten, bereits flüssigen Kenntnissen auf ein sicheres Übersetzerniveau zu kommen, als von „Grundkenntnissen“ zu „guten Kenntnissen“ aufzusteigen. Ich glaube, dass das stimmt.

Mit der nur Deutsch!

Wenn Deutsche dabei sind, ist es aber definitiv aus. Ein Bekannter von mir hat ebenfalls ein Studienjahr am Mittelmeer absolviert. Er hat einen gut bezahlten Job im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, für den seine Sprachkenntnisse keine Rolle spielen. Trotzdem ist ihm das sehr wichtig. Mit keinem Wort oder auch nur Blick hatte ich allerdings auch nur angedeutet, dass es das nicht sein dürfe oder dass er in irgendeiner Hinsicht schlechter sei als ich. Ich hatte nur einmal erwähnt, dass ein Teil meiner Vorfahren aus dem Land stammt. Mit der Sprechen hat das nichts zu tun, denn die wird nicht vererbt. Allerdings stören sich, wie gesagt, viele Deutsche daran, wenn man sich mit solchen sachen ein wenig aufspielt.

Na gut. Eines Tages hatten mein Bekannter und seine Frau eine Südländerin zu Gast. Tatsächlich tranken wir Frauen Kaffee zusammen, bis er dazukam und einen Satz auf der fremden Sprache einwarf. Der Gast antwortete, ebenfalls in der fremden Sprache. Ich ergänzte lachend etwas. Der Gast starrte mich irritiert an und anwortete in einem strengen, sehr bestimmten Tonfall auf Deutsch. Mein Bekannter grinste und ging.

Hilfestellung für Leistungsträger

Manchmal sind andere Deutsche auch wirklich nicht ganz so gut. Auch das kommt vor. Vor Jahren war ich mal auf einem Französisch-Stammtisch, für den man auch noch 5 Euro Teilnahmegebühr zu zahlen hatte. Eine Frau leitete das didaktisch etwas an. Sie hatte gesagt, sie sei zwar keine Französin, aber trotzdem Muttersprachlerin, was etwas fragwürdig war, denn dazu passte ihr Name nicht und sie machte auch gelegentlich kleine Grammatik- oder Wortfehler, was mir nicht entging, aber ich hielt den Mund, da sie die Sprache ansonsten wirklich sehr gut beherrschte und es daher angemessen war, dass sie den Stammtisch leitete. Von ihr konnte man sicherlich lernen.

Jedenfalls sollte ich mit einer älteren Deutschen Konversation zu einem vorgegebenen Thema machen. Die Frau war Anwältin und Französisch ein netter Zeitvertreib für sie. Der Spaß blieb allerdings einseitig, weil die Frau quälend lange brauchte, um ihre Sätze zusammenzubauen und mir keinen Platz für Entgegnungen ließ. Im Grunde war es ein Monolog, aber sie fragte mich zwischendrin (auf Deutsch) nach Worten und ob die Grammatik richtig sei. Schließlich beendete die Leiterin die Diskussion und fragte, ob sich jeder zu dem Gesprächsthema hatte äußern können. „Ach so … oh.“ entgegnete die Anwältin. Offenbar war ihr gar nicht klargewesen, dass ich nicht nur zum Zuhören und als ihr persönlicher Sprach-Coach da war. Vielleicht irre ich mich da aber auch, denn als ich später ging, ohne mehr als einen Satz auf Französisch gesagt zu haben, hörte ich in der Tür gerade noch, wie sie zu der Leiterin sagte: „Eigentlich bin ich ja doch viel besser als sie. Sie hat ja auch kaum etwas gesagt.“

Die Schwachen zuerst!

Zwar hatte ich Französisch schon beruflich verwendet, aber mir war, wie gesagt, klar, dass es nicht perfekt ist. Deshalb war ich unsicher. Würde ich den strengen Anforderungen deutscher Arbeitgeber entsprechen können, selbst dann, wenn keine muttersprachlichen Kenntnisse gefragt waren? Ich beschloss, einen Sprachtest beim Institut Français zu machen. Da ich die Sprache lange nicht gesprochen hatte und mir mittlerweile klar war, dass auch Sprachstammtische und Tandems nicht dazu geeignet wären, beschloss ich, einen Konversationskurs zu machen. Ich fand an einer Volkshochschule einen, der nicht ganz so teuer war und sogar gezielt auf das Examen vorbereiten sollte.

Trotzdem waren vor allem ältere Damen dabei, die ihre Sprachkenntnisse ein wenig pflegen wollten (warum nicht?) und zwei Französisch-Studentinnen, die ein Zusatztraining zu ihren Uni-Kursen wollten. Schnell stellte sich heraus, dass ich die einzige war, die eine Prüfung machen wollte. Eine der beiden jüngeren Frauen war mit dem Kursniveau sichtlich überfordert. Die Lehrerin bemühte sich redlich, die Unterschiede im Kenntnisstand auszugeleichen. Ich fühlte mich ein bisschen wie mit der Anwältin auf dem Sprachstammtisch.

In meinem Kopf stritten zwei Stimmen miteinander.

Die eine hämmerte auf mich ein: „Sie ist so schwach und du bist so selbstsüchtig! Es ist ganz richtig, dass man sie gezielt fördert und du dich gefälligst zurücknimmst. Ja, hast du denn gar kein Mitgefühl! Elende Narzisstin! Ego-Schwein! Kein Wunder, dass niemand dich mag!“

Die andere Stimme war weit weniger kritisch. Vor meinem inneren Auge stellte ich sie mir bocksbeinig und mit Teufelshörnern vor: „Sei nicht dumm! Die blöde Kuh hält hier den ganzen Kurs auf, nur weil ihr dickes Ego es nicht verträgt, dass sie eigentlich zwei Level tiefer steht. Wie oft willst du dich von solchen Leuten eigentlich noch verarschen lassen? Umgekehrt, wenn du dich selbst auch nur etwas zu gut eingeschätzt hättest, würden sie alle keine Sekunde zögern, um dir klarzumachen, dass du zu doof für den Kurs bist und das wird die Kleine ohnehin über dich zum Besten geben, sobald du ihr den Rücken zukehrst. Das kennst Du doch bereits! Soll sie doch an der Uni besser aufpassen oder nach Frankreich gehen oder wenigstens zu Hause nachlernen! Das kann man doch wohl verlangen! Die Lehrerin hilft ihr ohnehin nur, weil sie teure Klamotten trägt und ihr Mäppchen aus feinstem Kalbsleder ist, genau wie bei den alten Tanten. Die hat das Geld, noch x Kurse bei ihr zu machen, um gezielt gefördert zu werden und eines Tages Leute wie dich aus dem Feld zu schlagen, während man dir mit deinem Mix aus Second-Hand, Zeeman und „Ausverkauf bei H&M“ ansieht, dass du dir den Kurs vom Munde abgespart hast. Los, mach den Mund auf! Du hast das gleiche Geld für den Kurs gezahlt! Du hast ein Recht darauf, auch etwas zu lernen!“

Ich machte den Mund nicht auf. Die Lehrerin wurde krank und wir bekamen einen neuen Lehrer. Der legte mit einem Text über erneuerbare Energien einen rasanten Einstieg hin. Ich war hocherfreut, denn ich hatte gelesen, dass so etwas auch in der Prüfung vorkommen könnte. (Ich sollte recht behalten. Als es soweit war, konnte ich für mein Prüfungsreferat zwischen den Themenbereichen Medizin und Wirtschaft wählen). Die Studentinnen blieben weg. Die alten Damen maulten, dass sie lieber Literatur machen wollten. Wir machten Literatur. Die alten Damen kannten aber auch da nicht so viel mehr Vokabeln.

Noblesse oblige!

Dennoch war eine der beiden ansonsten auch gut. Sie sprach gewandt und formulierte flüssig und routiniert. Allenfalls an Vokabular fiel sie leicht ab, vielleicht war das aber auch nur Zufall. Die Frau schien in meinem Viertel zu wohnen, hatte jedenfalls den gleichen Nachhauseweg wie ich. Ich hatte sie ein paarmal höflich angesprochen, spürte aber, dass ihr das nicht recht war. Als ich begriff, dass sie eher ausstieg, Umwege in Kauf nahm, um mir auszuweichen, richtete ich es so ein, dass ich nach dem Unterricht immer noch aufs Klo ging und wenn ich M. dann doch in der U-Bahnstation sah, ging ich nicht rüber, um über den Kurs zu sprechen, sondern tat meinerseits auch so, als hätte ich sie nicht gesehen.

M. war, demnach, was sie erzählte, Renterin und hatte lange im Wirtschaftsbereich, auch im Ausland gearbeitet. Trotz ihres Alters kleidete sie sich teuer und modisch, man könnte sogar sagen, ziemlich jugendlich. Ihren Äußerungen im Kurs zufolge hatte sie jedoch sehr konservative Ansichten. Einiges davon stand so auch später im Wahlprogramm der AfD, aber ich will niemandem, von dem ich es nicht mit Sicherheit weiß, eine Nähe zum Rechtspopulismus aufdrängen. Nur soviel kann man festhalten, dass M. sicherlich keine Linke war, niemand, der besondere Nachsicht mit „Verlierertypen“ gehabt hätte. Ich hielt mich bedeckt. Ich fürchtete mich fast ein wenig.

In der letzten Stunde waren nur noch M. und ich im Kurs. Gleich zu Beginn stellte M. klar, dass sie einen Text besprochen haben wollte, den sie eigens für den Kurs zu Hause verfasst hatte. Ich solle mich zurückhalten, schließlich sei ich gut genug in Französisch und auch sie wolle gefördert werden. Sie müsse, wie sie sagte, ihren Kopf fit halten. Ich protestierte, weil es bei zwei Teilnehmerinnen eigentlich möglich sein müsste, beide zu Wort kommen zu lassen. Dennoch setzte sich M., in der Rolle der sprachlich (geringfügig) Schwächeren durch. Sie erhielt Einzelunterricht, ich war (erneut) dazu verdammt, zuzuhören.

Ich machte die Prüfung ein Niveau tiefer, als ich eigentlich vorgehabt hatte, denn obwohl man mir zu dem höheren Niveau geraten hatte, hatte ich Zweifel, ob ich im Mündlichen bestehen würde. Ich wusste, dass die Prüfungen kein Pappenstiel waren, selbst, wenn man glaubte, schon ganz gut zu sein, und wollte die Prüfungsgebühr nicht in den Sand setzen. Glücklicherweise bestand ich und zu meiner Freude sogar in allen Bereichen mit hoher Punktzahl. Immerhin konnte ich damit wenigstens nachweisen, dass ich mir vollkommend zu Recht Französisch „fließend“ im Lebenslauf eingetragen hatte. Es war blamabel für alle Deutschen, die sich so sicher gewesen waren, dass ich „doch allenfalls A2 sei“, wie ihre französischen Freunde ihnen bestätigt hätten.

Alles eine Frage des Auftretens?

Genützt hat es mir nur wenig. Neulich erklärte mir ein Romanist recht besserwisserisch, dass man bei „Il faut que“ niemals den Subjonctif verwendet (Anmerkung: Man muss gerade in dem Fall IMMER den Subjonctif benutzen!). Woher nehmen solche Leute eigentlich diese Selbstsicherheit, auch noch ihre Fehler und ihr mangelndes Fachwissen als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen?

Sowieso zählt ja nur noch Englisch. Allerdings – und auch wenn ich im Englischen nie so sicher war wie in Französisch (vielleicht sogar gerade deshalb) – frage ich mich, ob das so schlimm ist. Zugegeben, manchmal fühle ich mich geradezu erschlagen von den vielen Leuten, die an einer Ivy-Leage-Uni oder zumindest in Oxford oder Cambridge ganze Studiengänge absolviert haben und lässig in geschliffenem, perfektem Englisch loslegen. So gut werde ich das nie können und eigentlich will ich das auch gar nicht. Wenn in Stellenazeigen „proficiency“ in Englisch gefordert wird, brauche ich mich, so habe ich im Internet gelesen, nicht bewerben, denn dann ist wirklich annähernd muttersprachliches „Oxbridge“-Englisch gefragt. Immer mehr deutsche Arbeitergeber wollen „Oxbridge“. Vielleicht sind die tadellosen Englischkenntnisse aber nicht das einzige, vielleicht ist es auch das Lebensgefühl von M., der viel zu schlechten, aber für eine Studentin auffallend wohlhabenden anderen Teilnehmerin in meinem Französischkurs und des im Sden aufgewachsenen Kulturstar-Neffen, das man gerne im Team hätte. Damit kann ich noch weniger mithalten.

… oder darf es auch mal Spaß machen?

Dafür hat es mir Spaß gemacht, den US-Wahlkampf im Internet mitzuverfolgen. Ich erfuhr, dass es „drüben“ nicht nur Leute wie Donald Trump gibt, sondern auch Menschen wie Bernie Sanders. Ich las, dass viele amerikanische College-Absolventen als Thekenkraft arbeiten müssen, informierte mich darüber, warum in einigen US-Bundesstaaten die Zahl der Heroinabhängigen und Drogentoten exponentiell in die Höhe geschossen ist. Ich erfuhr, was Hillary Clinton dagegen tun wollte, nahm mit Entsetzen davon Kenntniss, wie sehr liberale Kräfte mit Dreck beschmissen werden, wie unfair „Big Player“ sein können. Ich hörte mir Koch-V-Logs auf Buzzfeed an, lachte mit diversen Comedy-Stars mit, schnappte Vokabeln auf, von denen ich nicht weiß, ob es Slang ist, oder ob man das auch im Büro so sagen kann.

über alle Kritik erhaben – die neue Elite

Vielleicht wäre es ehrlich, das so auch in meinen Lebenslauf zu schreiben. Natürlich mache ich das trotzdem nicht. Auch in Englisch werde ich im Übrigen gern rüde korrigiert, auch hier sind es oft Deutsche oder Menschen, die zwar gut und flüssig sprechen, aber keine Muttersprachler sind. Es hagelt verbale Haue und triumphierende Blicke, wenn ich ein Wort falsch ausspreche oder betone, was öfters mal vorkommt. Vor ein paar Monaten erklärte mir eine Frau aus Ungarn in einem genervt-hochnäsigen Tonfall, dass man nicht „to be happy about“ sagen würde sondern dass es „to be happy at“ heißen müsse. Ob ich nicht einmal das wüsste. Im Internet las ich, dass „native Speaker“ „to be happy with“ bevorzugen, „to be happy about“ ok, aber etwas „deutsch“ gedacht ist und „to be happy at“ im Sinne von „sich über etwas freuen“ eigentlich gar nicht verwendet wird. Na ja, wieder etwas gelernt.

Klar, das kommt schon einmal vor, dass man glaubt, etwas genau zu wissen und dann ist es doch falsch. Ist mir sicher auch schon passiert. Allerdings nervt mich die dümmlich-hochnäsige Art dieser Leute langsam, dieses ewige Rivalisieren, erst auf die Tränendrüse drücken und sich als vermeintlich hilflose und von Leuten wie mir unterdrückte Opfer Sonderförderung erpressen und dann von oben herab andere in den Dreck treten.

Neulich erwischte ich einen Spanier, der zweifelsohne sehr gut Englisch sprach und mich häufiger nicht unfreundlich aber sehr gönnerhaft im Englischen korrigiert hatte – etwa so, wie man ein Kleinkind, das es nicht besser wissen kann, tadelt oder eine geistig Behinderte sanft, aber bestimmt auf einen Fehler aufmerksam macht – bei einem dicken Wortfehler. Der war derart typisch für Deutsche, dass ich es, glaube ich, sogar in der Schule gelernt hatte, dass man das so nicht sagen darf. Knapp warf ich das richtige Wort ein. Eine Sekunde lang fragte ich mich, ob ich das Spiel nicht mittlerweile schon mitspiele. Dann sah ich in das Gesicht des jungen Mannes. Ich habe nie so viel Hass und Abscheu gesehen. Wegen eines Wortes? Ich hatte doch umgekehrt auch immer nett gelächelt und mich artig bedankt. Oft hatte ich ja auch wirklich Fehler gemacht. Genau wie er jetzt auch. Offensichtlich hatte ich ins Schwarze getroffen.

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