„Fluchthelfer“ oder „Brandstifter“ – Teste dein Verhältnis zu den Flüchtlingen!

  1. Flüchtling, Asylbewerber oder Heimatvertriebener – welches Wort passt (nicht)?
  • „Asylbewerber“ ist für mich fast schon Gewalt durch Sprache, weil dadurch nicht angemessen verdeutlicht wird, welches Leid die Leute erlebt haben. (A)

  • „Heimatvertriebener“ klingt, als wollten die Deutschen die Flüchtlinge benutzen, um ihre Schuld am 2. Weltkrieg abzuarbeiten. (B)

  • „Flüchtling“ passt für Leute, die vor Kriegen, Genoziden und Umweltkatastrophen fliehen, „Asylbewerber“ ist aber allgemeiner und neutraler. (B)

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  1. Einige Flüchtlinge fliehen nicht vor dem Krieg, sondern weil sie gern in Deutschland Geld verdienen möchten …
  • Kann ich verstehen, Reichtum und Armut sind ja wirklich ungleich in der Welt verteilt, aber bei der Masse an Flüchtlingen muss man die, die nur aus wirtschaftlichen Gründen kommen, vielleicht erst einmal vertrösten bzw. ihnen raten, ihr Glück woanders zu versuchen. (B)

  • Ich finde das unverschämt, den Leuten so etwas zu unterstellen! (A)

  • Ja, aber wir brauchen die Menschen doch auch! Man denke nur an den Fachkräftemangel und den demographischen Wandel! Ich bin eigentlich genau deshalb für die Flüchtlinge, zumal sie vielleicht auch bereit wären, für weniger Geld zu arbeiten. Das wird unserer Wirtschaft nur gut tun! (C)

  1. Manche Leute haben Angst, dass sie wegen der Flüchtlinge keine Arbeit oder keine Wohnung mehr finden …

  • Das sind Ausreden! Die sind eigentlich rechts! Wer so futterneidisch ist, kann von mir jedenfalls keine Solidarität erwarten! (A)

  • Das sind Probleme, die man ernst nehmen sollte. Es kann nicht sein, dass die soziale Schere immer weiter auseinanderklafft und man das mit den Flüchtlingen begründet. Man sollte jetzt eher ganz allgemein den sozialen Bereich stärken. Das kommt doch allen zu Gute! (B)

  • In ihrem eigenen Land können die Leute doch wohl erwarten, dass man sich um ihre Belange zuerst kümmert oder? Alles andere ist Selbstverleugnung! (D)

  1. Auch Ivanka Trump* ist – streng genommen – ein Flüchtling – stimmst du zu?

  • So’n Quatsch! Damit macht man doch die Leute, die vor Terror, Krieg und wirtschaftlicher Not geflüchtet sind, einfach nur lächerlich! (B)

  • Natürlich ist sie das! Vater: Amerikaner, Mutter: Tschechin, es geht doch darum, zu zeigen, wie multikulturell und weltoffen Deutschland ist! (A)

  • Tja, wenn in den USA ein Krieg ausbrechen würde, wäre sie das vielleicht, aber wovor sollte sie sonst flüchten, vor Papis politischen Eskapaden? (B)

    *Tochter von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump

  1. Unter den freiwilligen Helfern in der Flüchtlingsunterunft ist ein junger Mann, den du nicht leiden kannst …

  • Na ja, offenbar sehen ganz unterschiedliche Leute die Notwendigkeit, zu helfen. (B)

  • Ich beobachte den ganz besonders genau, ob der auch gut mit den Leuten umgeht. Da findet sich sicher etwas, das ich verwenden kann, um den Typen als Rassisten darzustellen. Ein schiefer Blick und ich sage, dass der wie dieser rechtsradikale Wachmann vom LaGeSo in Berlin ist. Der wird sich noch wundern! (A)

  • Ich mache auch bei den freiwilligen Helfern mit. Die Leute sollen sehen, dass ich viel besser im Helfen bin. Nach ein paar Tagen darf der dann höchstens noch putzen oder den Müll wegbringen! (C)

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*Samuel Huntington: „Kampf der Kulturen“ (engl. „Clash of Civilisations“) erschienen 1996.

  1. In der Flüchlingsunterkunft gibt es kein Essen, das halal ist, also den muslimischen Richtlinien für Essen entspricht

  • Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! (D)

  • Da kann man doch sicher etwas machen! Schließlich ist es nicht teurer oder aufwendiger, Essen zuzubereiten, das halal ist. (B)

  • Ich finde, man sollte bewusst KEIN Essen zur Verfügung stellen, das halal ist, damit die Leute begreifen, dass sie sich anpassen müssen. (D)

  1. In der Flüchtlingsunterkunft wollen einige Männer kein Essen von Frauen annehmen

  • Dann können sie ja gleich wieder dahin zurückgehen, wo sie herkommen, wenn’s ihnen hier nicht passt! (D)

  • Und das ist auch ihr gutes Recht! Fremde Kulturen muss man respektieren! (A)

  • Na ja, dann werden sie sich sicher auch weigern, mit Frauen zusammenzuarbeiten. Ich finde, Toleranz muss von beiden Seiten kommen! (B)

  1. Der neue Kollege – ein Flüchtling – ist praktizierender Muslim und bittet darum, 5x am Tag beten zu dürfen, also auch während der Arbeitszeit

  • Würde mich nicht stören. Christen können sich ja für kirchliche Feiertage auch freinehmen, wenn das in ihrem Bundesland kein offizieller Feiertag ist. (B)

  • Nein, Religion ist Privatsache. Da kann man keine Ausnahmen machen. (C)

  • Nein, soweit kann man den Muslimen nicht entgegenkommen. Es muss schon klar sein, dass Deutschland ein christliches Land ist. (D)

  1. Der neue Kollege möchte nicht mit Frauen zusammenarbeiten

  • Würde ich hinnehmen, wenn er kompetent ist. Da könnten wir dann vielleicht wirklich eher auf die Frauen verzichten. (C)

  • Tja, da muss er dann aber wohl in den sauren Apfel beißen oder sich ’ne andere Arbeit suchen! (B)

  • Ich finde, man muss Menschen, die aus einer fremden Kultur stammen, schon entgegenkommen. (A)

  1. Der neue Kollege reißt ständig antisemitische Witze

  • Ich sage ihm, dass das nicht geht. (B)

  • Ich tu so, als hätte ich nichts gehört. Schließlich geht es darum, die Flüchtlinge positiv wahrzunehmen! (A)

  • Ich tu mich mit ein paar anderen Kollegen zusammen, die auch etwas gegen Muslime haben. Der Typ ist doch das beste Beispiel dafür, dass die nicht zu uns passen. (D)

  1. Ein anderer Kollege – ebenfalls Flüchtling – reagiert genervt auf den neuen Kollegen. Er begründet das damit, dass er genau vor diesen Leuten geflüchtet ist
  • Traurig, wie sehr sich manche anpassen! Ich möchte eher denen den Rücken stärken, die selbstbewusst genug sind und sich ihre eigene Kultur bewahren wollen. (A)

  • Ich pflichte dem Kollegen bei. Mich nervt der Neue auch, aber ich habe den Mund gehalten, weil ich nicht als RassistIn dastehen wollte und auch auf Beifall von rechts verzichten kann. (B)

  • Der will sich doch nur einschleimen. In Wirklichkeit ist der genau wie der andere. Die sind doch alle gleich! (D)

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Auflösung:

Weder tiefenpsychologisch fundiert noch auf irgendwelche ausgereiften Sozialstudien gestützt. Wenn du dich da nicht wiederfindest, liegt es vermutlich daran 😉

RefugeesTestA Okay, du bist links. Das lässt du auch alle wissen. Allerdings kommt das bei dir manchmal so rüber, als sei links ziemlich scheiße. Sorry! Nett bist du nur zu Randgruppen, weil man da ja nett sein muss. Leider ist es dir schon passiert, dass du Leute total gedisst hast und später herauskam, dass sie einen Migrationshintergrund haben (und du hast es nicht schnell genug gesehen!), schwul (und du hast es nicht gemerkt!), behindert (sieht man auch nicht immer!) usw.. waren. Tja, shit happens! Lass dir gesagt sein, dass es auch Nazis mit Migrationshintergrund und schwule und behinderte Nazis gibt. Dass das Schubladendenken einfach nicht funktioniert, macht unsere Welt ja im Grunde reicher. Dumm nur, dass das noch nicht zu dir durchgedrungen ist.

Prognose: Falls dir die (A)-Antworten z. T. auch zu krass waren, aber am ehesten deine Meinung wiedergegeben haben: Du verlangst viel von andere Menschen. Sieh zu, dass du anderen auch vorlebst, dass du mit dir selbst genauso streng bist. Dann hast du gute Chancen, deine Positionen zum Flüchtlingsdiskurs in die gesellschaftliche Debatte einzubringen. Ansonsten wirkt es eher, als wären die Flüchtlinge für dich nur ein Vorwand, um anderen in den Arsch zu treten und das steht dir leider nicht zu! Mal ganz abgesehen davon: Wie würdest du das finden, wenn andere das mit dir machen?

RefugeesTestB Sei ehrlich: Eigentlich bist du für offene Grenzen und Multikulti, aber dass jetzt so viele Leute kommen, macht auch dir Angst! Und natürlich setzt auch du dich manchmal mit einem mulmigen Gefühl in die U-Bahn oder überlegst, ob du heute abend wirklich auf das Konzert gehen solltest. Alles in allem bist du genauso überfordert mit der Lage wie alle anderen. Aber du denkst, dass es das Beste ist, den Ball flach zu halten. Von einer Gesellschaft, die immer ängstlicher und hysterischer wird, profitieren schließlich letztendlich nur die Rechten und der IS. Außerdem glaubst du, dass das Grundgesetz und die Menschenrechte die beste „Leitkultur“ sind.

Prognose: Manchmal ist es das Beste, einfach den Mund zu halten. Du wirst nämlich gern missverstanden. Rechte wie Linke versuchen, dich zu vereinnahmen oder als „Nazi“ bzw. „rote Zecke“ an die Wand zu stellen – je nachdem, wie es ihnen am besten in den Kram passt. Andererseits sind Mäßigung und Realitätssinn manchmal das, was die Gesellschaft zusammenhält, v. a. wenn andere sich damit begnügen, sich mit Maximalforderungen (die sie dann doch nicht einlösen) zu profilieren oder ihren Aggressionen einfach freien Lauf lassen, ohne Rücksicht darauf, ob dabei Menschlichkeit und Mitgefühl auf der Strecke bleiben.

RefugeesTestC Man sagt dir nach, pragmatisch zu sein und meistens ist es auch so, dass der Erfolg dir recht gibt. Während andere von Mitgefühl und christlicher Nächstenliebe schwafeln, werden Leute wie du die Flüchtlingskrise wahrscheinlich einfach lösen – allerdings ohne Rücksicht auf Verluste. Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander? Na und?! Immerhin brummt die Wirtschaft und damit ist dann auch wieder Geld da, um Hartz-IV zu zahlen. Umsonst ist schließlich nur der Tod! Menschen, die zu Hause alles aufgegeben haben, um nach Deutschland zu kommen, werden ohne mit der Wimper zu zucken wieder weggeschickt? Gut, aber man kann nicht allen helfen, das war doch klar, oder?!

Prognose: Es kommt jetzt darauf an, ob du außer (C) eher (B) oder (D) angekreuzt hast. Deine Stärke ist, dass du nicht so zauderlich bist, wie der (B)-Typ und andererseits flexibler als z. B. der (A)-Typ. Eigentlich bist du ein durchaus liberal denkender Mensch, aber zugleich eben auch stockkonservativ. Die Einwanderungsgesellschaft wirst du sicher nicht mit aufbauen, denn dazu fehlen dir sowohl der Idealismus als auch die Überzeugung, dass Vielfalt sich auch dann lohnt, wenn man kein Kapital daraus schlagen kann. Mit sozialen Problemen bist du überfordert und den immer aggressiver werdenden Rechten hast du nicht viel entgegenzusetzen. Auch wenn es dir schwer fallen dürfte, das zuzugeben, aber – Nobody’s perfect!

RefugeesTestD Sorry, wenn ich das so offen sage, aber bei Du stehst schon ganz schön weit rechts. Dass mit den vielen Flüchtlingen auch eine Menge Probleme auf uns zukommen, wissen wir alle, aber für dich sind diese Probleme eigentlich nur ein Vorwand, um in schöner „Ich hab’s doch gesagt!“-Manier Stimmung gegen Migranten und Andersdenkende zu machen. Eigentlich wäre dir sogar ein einziger Flüchtling einer zuviel. Alles, was für dich zählt, ist, dass die Leute irgendwie „anders“ sind. Dabei sind es nicht nur die Flüchtlinge, die stören, sondern eigentlich auch … Frauen, Homosexuelle, Linke, Punker, „Bücherwürmer“ und Leute mit Sommersprossen.

Prognose: Tja, wäre jeder so wie du, wäre die Welt für dich perfekt. Allerdings wäre sie auch ganz schön grau bzw. braun. Dumm, dass Smartphone, Internet, Popmusik, Burger, Pizza und sogar die berühmt-berüchtigte Kartoffel auch „Ausländer“ sind. Und leider könnte es auch mal sein, dass du in der Situation bist, dass du klein und schwach und deshalb dringend auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen bist. Für den Fall drücke ich dir die Daumen, dass du auf Leute triffst, die so ganz anders als du sind!

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